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„Er ist nicht mehr Lenny, er ist Lennart Karl“

Nach dem berüchtigten Fanclub-Besuch antwortet Lennart Karl beim 5:0 der Bayern in Salzburg auf seine Art und Weise.

Bayerns Shootingstar bleibt doppelt im Fokus

Zwei Tage sind vergangen, seit Lennart Karl mal vorsichtig an die Tür zum Büro von Max Eberl klopfte und etwas Abbitte leisten wollte. „Ich habe da was nicht ganz so Gutes gesagt“, meinte der 17-jährige Teenager des FC Bayern gegenüber Sportvorstand Eberl.

Am Sonntag zuvor, beim Fanclub-Besuch im unterfränkischen Burgsinn, hatte Karl auf die Frage eines Fanklub-Mitglieds, welchen Traumverein er neben dem FC Bayern habe, schmunzelnd geantwortet: „Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns.“

Eberl gibt Karl Hans-Meyer-Tipp

Ärgerlich, dass das Ganze gefilmt und nach außen getragen wurde und vor allem im bayerischen Fanlager für Empörung gesorgt hatte. Wie kann der jetzt schon wegwollen, wenn er doch gerade mal Profi wurde? Dabei hatte Karl, 17 Jahre jung (Ausrufezeichen), einfach ehrlich gesagt, dass der Klub, bei dem er als Zehnjähriger einst ein Probetraining absolvierte, eben schon mal interessant werden könnte.

Die Bayern reagierten Eberl zufolge „völlig entspannt“, der Sportvorstand erzählte Karl stattdessen eine Geschichte von seinem „Altmeister“ Hans Meyer: „Der hat mir gesagt: ‚Max, immer über dich selbst sprechen, dann machst du keine Fehler.‘ Und das habe ich ihm so weitergegeben.“

Karl antwortete beim Test der Bayern in Salzburg auf seine Art und Weise, erzielte als Joker ein Tor mit dem linken Fuß, eins per Kopf und bereitete mit rechts das zwischenzeitliche 4:0 von Felipe Chavez vor. Und zwischendurch platzierte er einen Schön-locker-bleiben-Jubel, um das Theater der letzten Tage möglichst schnell wieder zu beenden.

„Für uns ist die Sache vom Tisch“, versichert Eberl. „Ich glaube, ein 17-Jähriger darf auch mal einen Fehler machen, er darf vielleicht in seiner Euphorie was sagen, wovon er nachher denkt: ‚Okay, hätte ich anders machen können.‘ Der lernt! Auf dem Platz ist er verdammt gut, und das Drumherum … Er ist eben nicht mehr der Lenny, der 17-Jährige, den keiner kennt, sondern er ist Lennart Karl, von dem ganz Deutschland jetzt weiß, was er kann und was er ist. Und das wird er lernen.“

Klar dürfte sein: Karl hat sich mit seinem überragenden Joker-Auftritt einen Startelfplatz für den Jahresauftakt am Sonntag gegen Wolfsburg verdient, als Zehner flankiert von Michael Olise und Luis Diaz. Und dann darf er auch weiter träumen, vielleicht fürs Erste lieber vom siebten Pflichtspieltor in dieser Saison.

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