Mainz 05 hat das wichtige Kellerduell in Bremen gewonnen – und hatte dabei zum Teil auch unerwartete Hilfe durch eine Taube. Paul Nebel überlegte anschließend, ob man den tierischen Helfer mit nach Mainz nehmen solle.
Fischer fand die zweite Hälfte zu defensiv
Bereits in der sechsten Minute legten die Mainzer den Grundstein für den späteren 2:0-Sieg. Bei einem Einwurf entwischte Philipp Mwene auf der linken Seite und bediente anschließend den einrückenden Paul Nebel – der Anfang vom Bremer Ende. Kurios: In der Entstehung war eine Taube auf dem Platz, die womöglich Marco Grüll entscheidend ablenkte. Der Österreicher wollte das Tier gut sichtbar vertreiben, doch die Taube blieb – und Grüll war anschließend beim Einwurf zu spät dran.
„Es war eine kuriose Szene, da musste ich auf dem Platz auch ein bisschen schmunzeln“, gestand Nebel anschließend bei DAZN und meinte, dass die Taube wohl „ein Glücksbringer“ war, auch sagte er scherzhaft, dass man „jetzt mal schauen muss, ob wir die mit nach Mainz nehmen“. Mwene dankte ebenfalls der Taube, die „beim Spielzug davor auf dem Platz war und auch nicht weg wollte“, allerdings betonte der 32-Jährige auch, dass das am Ende „nicht so den großen Ausschlag gegeben“ habe, da sich die 05er bei dem Einwurf auch gut durchgespielt hätten und er schließlich Nebel gefunden habe. „Super Start ins Spiel für uns.“
Bremer Ärger
Werder-Coach Daniel Thioune wollte ebenfalls nicht ausschließen, dass das Tier Grüll womöglich abgelenkt hat. „Vielleicht ist er dadurch ein Stück später dran, er war für den Einwerfer eingeteilt“, erläuterte der Trainer und verwies aber auch darauf, dass es eine ganze Fehlerkette seiner Elf war. So hätte Yukinari Sugawara die Flanke verhindern können, während Cameron Puertas „nur zum Ball geschaut habe“ und so Nebel in seinem Rücken übersah. Für Thioune war klar: „Wir waren gedanklich viel zu spät.“
Marco Friedl ärgerte sich ebenfalls über das Defensivverhalten seiner Mitspieler und verwies darauf, dass es eine Minute zuvor bereits eine ähnliche Situation gegeben habe, wo man noch zum Eckball klären konnte. Beim zweiten Mal schlug es dann aber ein. „In der Situation darfst du in zwei Minuten nicht zweimal auf den einfachsten Trick reinfallen“, kritisierte der SVW-Kapitän: „Das ist viel zu billig. Wenn du im Abstiegskampf hängst und so ein unfassbar wichtiges Spiel hast, dann darfst du nicht so billige Tore fressen.“
Auf Mainzer Seite herrschte wenig überraschend mehr Zufriedenheit, wenngleich nicht auf ganzer Linie. „Wir haben 27 Punkte, vor sechs, sieben Punkten hätte uns das vielleicht auch keiner zugetraut“, stellte Mwene fest und ergänzte: „Wir haben eine breite Brust, auch wenn nicht alles perfekt ist. Wir hatten auch heute unnötige Ballverluste, aber wir haben uns in jeden Zweikampf geworfen und kein Gegentor kassiert. Es war ein super Auswärtsspiel von uns.“
Nebel verriet derweil das Erfolgsrezept. „Wir wollen agieren und nicht reagieren“, so der 23-Jährige und hob hervor, wie wichtig es ist, „bis zum Schluss die Meter zu gehen. Nur so kann man da unten bestehen.“ Das hätten die 05er an der Weser auch getan und das Spiel folglich auch verdient gezogen.
Coach Urs Fischer, der zwar von einem „erwachsenen Auftritt“ sprach, zeigte sich dennoch nicht ganz zufrieden, vor allem wegen der zweiten Halbzeit. „Es war vor allem in der zweiten Hälfte ganz hart“, stellte der Schweizer fest: „Bremen hat gedrückt, ohne wirklich gefährlich zu werden. Da haben wir uns zu weit reindrücken lassen. Gefühlt war es ein dreckiger Sieg, aber in unserer Situation sind das auch ganz wichtige Siege, denn solche Erfolgserlebnisse geben uns schon auch eine gewisse Zuversicht.“

