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„Ein riesiger Unterschied“: Wie Collins vom neuen Defensiv-Konzept profitiert

Abwehrspieler Nnamdi Collins stabilisierte sich wie die gesamte Frankfurter Defensive unter dem neuen Trainer Albert Riera. Der 22-Jährige nennt Gründe für den Aufschwung, Gerüchte über einen möglichen Wechsel nach England lächelt er weg.

Wechselt der Eintracht-Verteidiger nach England?

Nnamdi Collins wäre nicht Nnamdi Collins, würde er nicht auch unter Albert Riera ab und an für kleine Schreckmomente sorgen. Mal misslingt ihm eine Ballannahme, mal spielt er einen ungenauen Pass. Altbekannte technische Schwächen, die er mit seinen Stärken wettmachen muss. Bei der Bewertung des resoluten Defensivakteurs scheiden sich deshalb zuweilen die Geister.

Unstrittig ist, dass der gelernte Innenverteidiger in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Karriereweg einschlug: In der Saison 2022/23 kickte er noch in der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund, sein Bundesliga-Debüt für die Eintracht liegt noch keine zwei Jahre zurück. In dieser Saison sammelte er Erfahrungen in der Champions League und der deutschen Nationalmannschaft. 63 Pflichtspiele für die Profis der SGE stehen auf seiner Visitenkarte.

Auf Collins prasselte viel ein

Collins litt wie die gesamte Defensive unter der Flut an Gegentoren, in der Hinrunde sah er gemeinsam mit seinen Nebenleuten häufig ziemlich alt aus. Wenn das Kollektiv nicht funktioniert, kann auch der Einzelne nicht glänzen. Es prasselte viel auf den jungen Mann ein, nicht zuletzt nach seinem missglückten Debüt für das DFB-Team in der Slowakei (0:2) – Bundestrainer Julian Nagelsmann wechselte Collins schon zur Halbzeit wieder aus und berief ihn seither nicht mehr.

Aktuell ist Collins in der ersten Elf gesetzt. Da Rasmus Kristensen und Arthur Theate seit Wochen verletzt ausfallen, führt an dem 1,88 Meter großen Verteidiger kein Weg vorbei. Unter Riera hat er sich auf ordentlichem Bundesliga-Niveau stabilisiert. Zuletzt gegen Heidenheim gewann er 89 Prozent seiner Zweikämpfe, auch in den vorangegangenen Partien lag der Wert meist bei über 60 Prozent.

„Viel enger am Gegner“

„Wir haben in der Defensive unser Konzept komplett verändert. Jetzt verteidigen wir Mann gegen Mann, stehen viel enger am Gegner. Das ist ein riesiger Unterschied. Gerade in diesem Aspekt hat der Trainer unser ganzes Spiel verändert“, erklärt Collins. Ähnlich hatte sich kürzlich auch Abwehrkollege Aurele Amenda in einem Interview bei Absolut Fußball ausgedrückt: „Albert Riera legt viel Wert auf eine mannorientierte Verteidigung und weniger auf eine Zonenverteidigung. Wenn ein Spieler seinen Mann hat, ist er für ihn zuständig. Die Mannschaft hat das sehr gut verinnerlicht.“

Während Nathaniel Brown in Ballbesitz vorrückt und das Mittelfeld verstärkt, bleibt Collins meistens hinten, sodass sich mit Robin Koch und Amenda ein Dreieraufbau ergibt. Zu einer personellen Umstellung wird es am Sonntag im Auswärtsspiel bei Mainz 05 kommen. Koch fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Heidenheim gesperrt.

Den Abwehrboss könnte Riera wie schon im Auswärtsspiel beim FC Bayern ersetzen, indem er Sechser Ellyes Skhiri zum Innenverteidiger umfunktioniert. In diesem Fall bliebe Collins Außenverteidiger. Der Coach könnte allerdings auch Elias Baum als Rechtsverteidiger aufbieten, dann würde Collins nach innen an Amendas Seite rücken. Die Erfahrung spricht eher für die Lösung mit Skhiri.

„Genauso wenig Ahnung wie ihr“

In die Schlagzeilen rückte Collins zuletzt nicht nur aus sportlichen Gründen. Der Beraterwechsel – Collins wird nun von Star-Berater Moussa Sissoko vertreten – befeuerte die Gerüchte über einen Abschied im Sommer. „Ich habe genauso wenig Ahnung wie ihr. Was ihr in den Medien lest, sehe auch ich zum ersten Mal. Da muss ich immer ein bisschen schmunzeln. Mein voller Fokus liegt hier auf der Eintracht. Wir wollen in der Tabelle weiter klettern, da wäre es unprofessionell, jetzt an andere Vereine zu denken“, erklärte Collins nach dem Spiel gegen Heidenheim.

Allerdings ist es kein Geheimnis, dass er ein Fan der Premier League ist. Im September 2025 sagte Collins im kicker-Interview: „Ich bin in Frankfurt mega glücklich, aber ich finde die Premier League einfach auch super, speziell den FC Liverpool. Man sollte sich immer hohe Ziele setzen, dafür haben wir alle mit dem Fußball angefangen.“

Mit seiner starken Physis, Zweikampfstärke und hohen Geschwindigkeit (34,8 km/h) ist Collins trotz seiner Defizite im Aufbauspiel prädestiniert für die Premier League. Es käme nicht überraschend, sollte dort im Sommer eine Tür aufgehen.

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