Der Sprung aus dem Nachwuchs ins Profi-Team ist für die Talente von Borussia Dortmund wie Filippo Mané schwer – das unterstrich die Klub-WM.
Auch bei der Klub-WM bleiben viele Youngster ohne Minuten
Der Schlusspfiff verhinderte die Premiere. Filippo Mané stand bereits an der Außenlinie und sollte in der Schlussphase des Spiels gegen CF Monterrey noch einige Momente als Aktiver bei der Klub-WM bekommen, doch bevor der Italiener den Platz betreten konnte, hatte Schiedsrichter Facundo Tello das Achtelfinale bereits beendet.
Es wäre eher ein anerkennendes Zeichen gewesen als eine echte Bewährungsprobe, wartet der Innenverteidiger nach seinem Wechsel Anfang 2022 in die BVB-Jugend und insgesamt fünf Einsätzen in der U 23 doch immer noch auf sein Debüt für die Dortmunder Profis. Für 17 Partien wurde Mané bereits in den Kader berufen, eine Einwechslung nahmen aber weder Ex-Coach Nuri Sahin noch Niko Kovac vor.
Sieben Youngster ohne Spielminute
Ein wenig steht der U-20-Nationalspieler sinnbildlich für die aktuelle Situation der Youngster im Dortmunder Aufgebot. In die USA reisten neben Mané (20) auch Ersatzkeeper Silas Ostrzinski (21), Verteidiger Elias Benkara (18), der US-amerikanische Außenstürmer Mathis Albert (16), Offensiv-Allrounder Samuele Inacio (17), Flügel Cole Campbell (19) und der schon ältere Sechser Ayman Azhil (24) aus dem eigenen Nachwuchs mit, blieben aber allesamt ohne eine Einsatzminute beim Turnier.
Das hatte aber auch gute Gründe: Zum einen standen für den BVB in jedem einzelnen Spiel bei der WM Prestige und Prämien auf dem Spiel, sowohl in allen drei Partien in der Gruppenphase bis zur letzten Minute, als auch in den beiden K.-o.-Begegnungen – zumal alle fünf Partien bis zum Schlusspfiff offen waren. Zum anderen aber fehlt den Youngstern allesamt noch etwas, um echte Optionen für den aktuellen gut besetzten Profikader zu sein, in dem auch gestandenere Profis wie Maximilian Beier (84 Minuten in fünf Spielen), Local Hero Giovanni Reyna (12 Minuten) oder Pechvogel Julien Duranville (51 Minuten), der sich zudem noch schwer verletzte, deutlich weniger Einsatzzeit sammelten als erhofft.
Wätjen geht den Umweg über Bochum
„Die Jungs sind hier, um zu lernen“, hatte Coach Kovac bereits früh Erwartungsmanagement betrieben und klargemacht, dass es für die Talente vor allem darum geht, Training auf hohem Niveau zu absolvieren, Erfahrungen auf Reisen zu sammeln und Motivation zu sammeln, den Weg nach ganz oben zu gehen, der bei einem Champions-League-Klub wie Dortmund eben etwas länger ist als bei anderen Vereinen.
Und so war seit dem gerade für 65 Millionen Euro an den FC Chelsea verkauften Jamie Gittens (20), der vor rund drei Jahren bei den Profis debütierte, kein Talent aus dem erfolgreichen Unterbau gut genug, um sofort und dauerhaft den Sprung zu den Profis zu schaffen und dort regelmäßig zu Einsätzen zu kommen – auch nicht die vielversprechenden Almugera Kabar und Kjell Wätjen, der seine Spielpraxis nun leihweise beim VfL Bochum sammeln soll.

