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Die Gründe für den Groß-Abschied

Als Pascal Groß im Sommer 2024 zu Borussia Dortmund kam, galt der Routinier als Schlüsseltransfer. Als Stratege im Zentrum sollte er Defensive und Offensive verbinden. Anderthalb Jahre später lässt sich festhalten: Der Plan ging nur zum Teil auf. Die Rückkehr zu Brighton ist daher nur konsequent.

Ein Plan, der nur zum Teil aufging

Aus Dortmunds Trainingslager in Marbella berichtet Matthias Dersch

Es gibt wenige Profis, mit denen man sich so tief und intensiv über Fußball unterhalten kann wie mit Pascal Groß. Der 34-Jährige durchleuchtet seinen Sport bis in die kleinsten Details, denkt in jeder freien Minute auf taktischen Ideen herum, sinniert über Lauf- und Passwege und beschäftigt sich damit, wie sich das perfekte Spiel aufziehen lässt. Nicht zufällig gilt der Mittelfeldspieler seit Jahren als kommender Trainer.

Dank seiner strategischen Denke und seiner hohen fußballerischen Qualität galt er im Sommer 2024 als Schlüsseltransfer von Borussia Dortmund. Weil Groß beim BVB Defensive und Offensive verbinden und dem jungen Cheftrainer Nuri Sahin – zu Spielerzeiten ein ähnlicher Stratege – als verlängerter Arm auf dem Spielfeld dienen sollte.

Groß wählt konsequent die Exit-Option

Heute, anderthalb Jahre später, lässt sich festhalten, dass der Plan, den sich die BVB-Verantwortlichen damals überlegt hatten, nur zum Teil aufgegangen ist. Nicht überraschend kam es daher, dass Groß die Augen offenhielt – und durch die sofortige Rückkehr zu seinem Ex-Klub Brighton & Hove Albion bereits ein halbes Jahr vor Vertragsende die frühzeitige Exit-Option wählte.

Immer wieder hatte der Routinier in den vergangenen Monaten betont, seine Zukunft nur dann weiter in Dortmund zu sehen, wenn er das Gefühl habe, weiterhin gebraucht zu werden. Dieses Gefühl kam ihm zuletzt allerdings immer weniger. Angesichts seiner schwindenden Chancen auf eine WM-Teilnahme im Sommer war der jetzige Schritt daher nur konsequent. Zumal auch der BVB davon profitiert: Bis zu drei Millionen Euro bekommt der Bundesliga-Zweite noch an Ablöse inklusive Boni für Groß, spart zudem ein halbes Jahr das Gehalt des Mittelfeldspielers, der in der internen Hierarchie zuletzt immer weiter zurückgefallen war.

In seiner ersten Saison in Dortmund war Groß noch Stammspieler, sammelte in 50 Pflichtspielen (Klub-WM inklusive) 16 Torbeteiligungen (ein Tor, 15 Assists). Sowohl Sahin als auch Niko Kovac, der ab Februar den BVB als Nachfolger des glücklosen Ex-Borussen trainierte, bauten auf seine Dienste.

In dieser Saison allerdings hatte es Groß unter Kovac merklich schwerer. Felix Nmecha war als Achter gesetzt, auch Marcel Sabitzer und Jobe Bellingham standen in der Gunst des auf Körperlichkeit, Fitness und Dynamik Wert legenden Trainers höher. Dies schlug sich in deutlich geringeren Einsatzzeiten nieder: Groß stand lediglich in 732 von 2220 möglichen Spielminuten auf dem Feld (zwei Assists).

In der Nationalmannschaft setzte Bundestrainer Julian Nagelsmann zuletzt ebenfalls auf andere Spieler im defensiven Mittelfeld – unter anderem auf Groß‘ bisherigen Teamkollegen Felix Nmecha. Das letzte von bislang 16 Länderspielen absolvierte Groß am 7. September beim 3:1-Sieg gegen Nordirland. Ohne eine zeitige Verbesserung der eigenen Spielzeiten dürfte die Teilnahme an der WM in Mexiko, Kanada und den USA in weite Ferne rücken.

In Brighton will Groß nun an seine erfolgreiche erste Zeit in dem südenglischen Klub anknüpfen. Zwischen 2017 und 2014 spielte der gebürtige Mannheimer bereits beim Premier-League-14., der aktuell vom Deutschen Fabian Hürzeler trainiert wird. Groß entwickelte sich über die Jahre zum Leistungsträger, Publikumsliebling – und Nationalspieler. Entsprechend wohlwollend kommentierten die Brighton-Fans die Rückkehr des kommenden Trainers, der vorher noch als aktiver Spieler weitere Spuren hinterlassen will.

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