Alexander Nübel genießt in Stuttgart große Wertschätzung. Doch mit Dennis Seimen und Florian Hellstern verfügt der VfB über zwei Torhüter-Talente, die die Konstellation problematisch gestalten könnten.
Seimen und Hellstern drängen hinter Nübel nach oben
Mit jedem Tag rückt der Tag der Entscheidung näher. Was wird aus Alexander Nübel, der bis zum Sommer vom FC Bayern an die Schwaben ausgeliehen ist? Nichts ist ausgeschlossen. Auch wenn die Zeichen mehr auf Abschied als auf ein Bleiben hindeuten. Zumal der 29-Jährige beim Rekordmeister, der auch im zweiten Leihjahr einen Teil des Jahresgehalts zum VfB-Salär im mittleren einstelligen Millionenbereich hinzuschießt, bis Ende Juni 2030 gebunden ist.
„Ich mache mir wenig Gedanken, was passiert.“ (Alexander Nübel über seine Zukunft)
„Ich lasse alles auf mich zukommen“, so Nübel erst vor Kurzem, dessen Zukunft auch von Bayern-Starkeeper Manuel Neuers abhängt. „Ich bin sehr gelassen geworden in dieser Hinsicht. Grundsätzlich ist erstmal alles geregelt. Ich habe noch einen langen Vertrag in München.“ Der Nationalkeeper, dessen Ziel ein Platz im sommerlichen WM-Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist, sei „sehr, sehr glücklich beim VfB. Ich mache mir wenig Gedanken, was passiert.“ Das würde auch wenig Sinn machen. „Das hängt nicht von mir ab.“ Der Zeitplan sieht deswegen keine Eile vor. „Ende der Rückrunde werde ich mir Gedanken darüber machen.“
Seimen unterstreicht seine Ambitionen
Auch die Stuttgarter müssen sich Gedanken machen. Mit Dennis Seimen verfügt der Traditionsklub über ein Toptalent auf dieser Position. Der 20-Jährige mit Vertrag bis 2029 ist bis zum Sommer an den Zweitligisten SC Paderborn ausgeliehen. An den Heimatverein Nübels, der allein deswegen schon die Spiele des U-21-Nationalspielers verfolgt. „Er macht es überragend“, meint Stuttgarts aktuelle Nummer 1 über den potenziellen Thronfolger, der nach einer starken Saison 2024/25 mit dem VfB II in der 3. Liga eindrucksvoll unterstrichen hat, dass er auch den Erwartungen eine Klasse höher gewachsen ist.
Hellstern auf den Spuren von Seimen
Viel Qualität, die den Schwaben eine sorgenfreie Zukunft auf dieser Position versprechen. Insbesondere angesichts der Jugend des Keepers. Aber auch mit Blick auf ein weiteres Toptalent Kopfzerbrechen bereiten könnten. Mit Florian Hellstern drängt ein weiterer VfB-Keeper nach oben. Der 18-Jährige befindet sich auf den Spuren Seimens. Zu gut für die U-19-Bundesliga, stark in der 3. Liga und mit dem Ziel Bundesliga – aber in welchem Trikot?
Vertragsgespräche mit Hellstern sind komplex
Hellsterns Vertrag in Stuttgart läuft noch bis Ende Juni 2027. Aktuell wird bereits über eine Vertragsverlängerung gesprochen. Doch die Rahmenbedingungen gestalten sich kompliziert. Das Talent und sein Management wissen um den Marktwert des Jungstars und das Interesse anderer Klubs, was die finanziellen Konditionen in grenzwertige Höhen schraubt. Gleichzeitig wird Seimen, so die Absprache, als der Mann der Zukunft angesehen. Was automatisch Hellstern blockieren würde. Was tun?
Entweder der VfB-II-Keeper verweigert eine Vertragsverlängerung oder möglicherweise der VfB sein Einverständnis samt Zustimmung für die aufgerufenen Zahlen. Dann müsste man sich Gedanken machen, den Jungstar in diesem Sommer schon abzugeben. Um ihn nicht ein Jahr später ablösefrei ziehen lassen zu müssen. Oder Hellstern bleibt und würde, wie Seimen, in die 2. Liga oder höherklassig ausgeliehen, um weiter zu reifen. Mit der Perspektive des Rückkehrers als Herausforderer. Ein Luxusproblem für die Stuttgarter.

