Die Zukunft von Gladbachs Top-Torjäger ist nach wie vor offen. Gespräche mit der Borussia gibt es bisher nicht. Der Sportchef nennt die Gründe.
Rechnung mit vielen Unbekannten
Auf die Euphorie folgte die Ernüchterung. Am Samstag gegen Heidenheim (2:2) saß Haris Tabakovic zunächst nur auf der Bank, nachdem der Stürmer unter der Woche mit der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina einen historischen Erfolg gefeiert und sich gegen Italien das Ticket für die Weltmeisterschaft gesichert hatte.
Doch statt Tabakovics Rückenwind zu nutzen – er hatte gegen Italien getroffen und im Elfmeterschießen vom Punkt verwandelt -, setzte Gladbach-Coach Eugen Polanski gegen Heidenheim auf Shuto Machino als vordere Spitze. Der Plan mit dem wieder einmal enttäuschenden Japaner ging nicht auf. Und Tabakovic schien von seiner Reservistenrolle überrascht. „Das war die Entscheidung des Trainers“, sagte der Angreifer.
Keine Kaufoption – und noch keine Gespräche mit Tabakovic
Sechs Spieltage vor dem Saisonende rückt die Frage, wie es bei Borussias Top-Torjäger (11 Treffer) im Sommer weitergeht, zunehmend in den Mittelpunkt. Eine Kaufoption für Tabakovic, der von der TSG Hoffenheim ausgeliehen ist, existiert nicht. Und einen Vorstoß haben die Borussen zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht unternommen.
„Es gibt keine Gespräche“, bestätigte Tabakovic nach dem Heidenheim-Spiel, er sei in dieser Angelegenheit aber entspannt. „Wenn keine Gespräche geführt werden, muss ich mir auch keine Gedanken machen. Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Hoffenheim. Für mich geht es darum, in den verbleibenden sechs Spielen meine Leistung zu zeigen und meinen Beitrag zu leisten, dass wir in der Liga bleiben.“
Warum die Borussen noch nicht auf Tabakovic zugegangen sind, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Wichtigster Grund ist die bisher nicht vorhandene Planungssicherheit, ob die Fohlen nächste Saison in der Bundesliga spielen. Der verpasste Heimsieg gegen das Tabellen-Schlusslicht lässt die Abstiegsangst wieder wachsen.
„Gerade was die Stürmer angeht, haben wir einige auf der Payroll.“ (Sportchef Rouven Schröder)
„Liga heißt gleichzeitig Budget. Wenn wir endgültig in der Liga sind, dann werden Gespräche geführt. Aber natürlich ergebnisoffen“, sagte Sportchef Rouven Schröder am Samstag. Denn neben den Vorstellungen von Tabakovic selbst und der Hoffenheimer Seite ist die Stürmersituation in Gladbach für die kommende Saison unklar.
Mit Tim Kleindienst wird der Nummer 1-Stürmer voraussichtlich wieder vollwertig an Bord sein nach der langen Verletzungspause. Tomas Cvancara ist zunächst einmal nur bis Sommer an Celtic Glasgow verliehen, wobei die Schotten über eine Kaufoption verfügen. Und dann gibt es auch noch Machino. „Gerade was die Stürmer angeht, haben wir einige auf der Payroll“, verdeutlichte Schröder. Die Causa Tabakovic – noch ist es eine Rechnung mit vielen Unbekannten.

