Der 1. FC Köln ist zurück in der Bundesliga – und legte gleich mal mit drei Punkten in Mainz los. Auch für Trainer Lukas Kwasniok war es ein geglückter Einstand, bei dem er zudem mit einem ungewöhnlichen Kniff auffiel.
Köln: Leichte Entwarnung bei Ache
„Fußballerisch war es kein Gaumenschmaus“, urteilte Kwasniok nach dem Kölner 1:0-Sieg in Mainz und gab zu, dass man gerade am Anfang gemerkt habe, dass seiner „Mannschaft das Selbstvertrauen gefehlt hat, um den Gegner fußballerisch zu bespielen“. Dies sei aber nicht überraschend gewesen, da man sich „erstmal zurechtfinden muss, wenn du in der Bundesliga auswärts bei einem Europapokalteilnehmer dein erstes Spiel machst. Als Aufsteiger musst du in Mainz erstmal überleben.“
Über die Ungewissheit vor dem Ligastart sprach auch Luca Waldschmidt, der als Joker den entscheidenden Siegtreffer von Marius Bülter aufgelegt hatte. „Du kommst aus der 2. Liga, das ist dann doch nochmal anderer Fußball“, erklärte der Angreifer und verriet, welche Fragen einem vor dem ersten Bundesligaspiel so durch den Kopf gehen: „Wo stehen wir eigentlich? Wie fühlt es sich an?“ Umso wichtiger sei nun der Sieg, da dieser den Kölnern direkt ein gutes Gefühl gibt und die Gewissheit, dass „wieder da sind und mitgehen können“.
Inspirationsquelle PSG
Zum Anpfiff der zweiten Halbzeit fielen die Kölner wie schon im Pokal Regensburg (2:1) mit einem ungewöhnlichen Anstoß aus: Der Ball wurde ganz weit und tief ins Seitenaus zum gegnerischen Einwurf geschlagen – ein Spielzug, wie ihn auch Champions-League-Sieger Paris St. Germain ausführt.
Die Vorteile dieser Herangehensweise liegen auf der Hand: Man riskiert keinen Ballverlust in der eigenen Hälfte infolge von gegnerischem Pressing und man hat die Chance, den Gegner beim Einwurf tief in dessen Hälfte zuzustellen und gegebenenfalls so selbst dann einen Ballgewinn zu haben.
Diese Idee hat sich Kwasniok aber nicht von Luis Enrique abgekupfert, vielmehr hat er das schon seit Jahren spielen lassen, wie er verriet. „Ich habe das schon in der U 19 gemacht, das erste Mal tatsächlich gegen Freiburg. Ich habe das dann wieder eingestampft. Nachdem ich das aber bei der besten Mannschaft der Welt gesehen hab, dachte ich mir: Na gut, dann dürfen wir das auch.“
Sorgen über Ache und Ärger über den VAR
Alles paletti in Köln also? Nicht ganz, denn einen Wermutstropfen gab es. In der Nachspielzeit verletzte sich Ragnar Ache, nachdem er von Phillipp Mwene unabsichtlich, aber hart am Knie getroffen worden war. Eine Szene, die Kwasniok ärgerte, weil sie seiner Meinung nach nicht konsequent geahndet wurde. „Der Referee hat sich entschuldigt, dass er das Foul nicht gesehen hat“, verriet der 44-Jährige und ärgerte sich anschließend darüber, dass der VAR sich nicht eingeschaltet hat.
„Mwene ist zwar kurz am Ball und macht es unbewusst, aber er trifft Ache voll und tritt ihm das Knie weg. Da muss man sagen: ‚Sorry: Rote Karte und fertig‘. Warum greift der VAR nicht ein? Es ist inakzeptabel, das kann ich nicht verstehen.“ Abschließend zeigte er sich hoffnungsvoll, dass sich Ache nicht schwerer verletzt hat, wenngleich eine genaue Diagnose noch aussteht. „Ich hoffe, dass es bei Ache glimpflich ausgeht. Wir sind vorsichtig optimistisch.“

