Am Dienstagmorgen brach Eintracht Frankfurt mit 30 Spielern ins 13-tägige Trainingslager in die USA auf. Ein Quintett um Top-Stürmer Hugo Ekitiké und Sechser Mahmoud Dahoud stieg allerdings nicht in den Flieger, um die eigenen Zukunftsplanungen voranzutreiben.
US-Tour ohne Quintett
Schon am Wochenende hatte sich abgezeichnet, dass Hugo Ekitiké nicht mehr mit der Eintracht in die USA abheben wird. Der Stürmer ist auf dem Sprung nach Liverpool, wo er nach bestandenem Medizincheck einen Sechsjahresvertrag unterschreiben wird. Die Eintracht kassiert eine Sockelablöse in Höhe von etwa 90 Millionen Euro.
Schwankender Ebimbe, tolle Chance für Smolcic
Auch Eric Junior Dina Ebimbe, Aurelio Buta, Hrvoje Smolcic und Mahmoud Dahoud gingen nicht mit an Bord. Sie sind „für Gespräche mit anderen Klubs freigestellt“, wie die Eintracht mitteilt. Ebimbes Performance und Leistungsbereitschaft schwankten wie ein Fischkutter im Sturm auf hoher See, der Franzose ist schon länger ausgemustert und hält sich individuell fit. Der in der vergangenen Saison an den Linzer ASK verliehene Smolcic steht vor einem Wechsel zum RSC Anderlecht – eine tolle Chance für den Innenverteidiger, der in Frankfurt keine sportliche Perspektive besitzt.
Auch für den zuletzt an Stade Reims verliehenen Rechtsverteidiger Buta erscheint eine Luftveränderung sinnvoll. Hinter Rasmus Kristensen und Elias Baum wäre er lediglich der Rechtsverteidiger Nummer 3 im Kader. Zählt man den gelernten Innenverteidiger Nnamdi Collins, der 2024/25 oft rechts spielte, noch dazu, gar nur die Nummer 4. Vielleicht öffnet sich für Buta sogar eine Tür in der Bundesliga.
Klares Signal an Dahoud
Auch bei Dahoud zeichnete sich schon länger ab, dass seine Zeit am Main nach nur einer Saison wieder abläuft. Der defensive Mittelfeldspieler kam im vergangenen Sommer am Deadline Day aus der Premier League (Brighton & Hove Albion) als Backup. Bis Weihnachten spielte er noch sporadisch, im Kalenderjahr 2025 kam er jedoch kaum noch zum Einsatz. Der 29-Jährige ist ein feiner Kicker, aber langsam (30,4 km/h) und zweikampfschwach (42 Prozent gewonnene Duelle). Die Eintracht ist eine Nummer zu groß für den früheren deutschen Nationalspieler. Dass er jetzt nicht mit in die USA reisen darf, ist ein klares Signal an ihn, sich einen neuen Klub zu suchen.
Während nach den Verkäufen von Ekitiké und Igor Matanovic sowie der Verpflichtung von Jonathan Burkardt noch ein weiterer Stürmer kommen soll, müssen Dina Ebimbe, Buta, Smolcic und Dahoud im Kader nicht ersetzt werden. Ein starker, defensiv denkender Sechser als Upgrade zu Stammspieler Ellyes Skhiri stünde der Mannschaft zwar gut zu Gesicht, intern wurde das auch durchaus erkannt. Aus wirtschaftlichen Gründen ist das aktuell aber nicht realistisch. Priorität genießt die Verpflichtung eines rechten Flügelspielers, Ritsu Doan (SC Freiburg) befindet sich weiterhin im Fokus.
Was passiert, wenn Tuta geht?
Trotzdem kann es sein, dass im Laufe der Transferperiode noch ein Sechser kommt. Falls Tuta die Eintracht ein Jahr vor Vertragsende verlässt, würde das nicht nur finanzielle Mittel freimachen, sondern auch den Bedarf auf der Sechs erhöhen. Der Brasilianer soll seinen Vertrag verlängern oder verkauft werden. Aktuell sondiert er den Markt. In der Abwehr könnte die SGE den Abgang des etatmäßigen Innenverteidigers wohl durch Aurele Amenda und Nnamdi Collins auffangen. Doch Tuta half gelegentlich auch auf der Sechs aus, das dafür nötige fußballerische Rüstzeug bringt er mit.
Ohne Dahoud und Tuta wäre die Personaldecke im defensiven Mittelfeld etwas dünn. Neben den in der vergangenen Saison gesetzten Skhiri und Hugo Larsson gibt es noch Oscar Höjlund. Leih-Rückkehrer Paxten Aaronson spielte in Utrecht zwar auch auf der Sechs, von Haus aus ist er aber offensiver Mittelfeldspieler. Ob er auch auf Bundesliganiveau einen brauchbaren Sechser abgibt, kann im Trainingslager erforscht werden. Gut möglich, dass Sportvorstand Markus Krösche für den Fall, dass Dahoud und Tuta gehen, noch einen Plan in der Schublade hat.

