Am kommenden Mittwoch tritt Nils-Ole Book bei Borussia Dortmund seinen Dienst als Sportdirektor an. Die Neubesetzung des Postens hält Matthias Sammer für eine „fantastische Idee“.
Warum die Trennung von Kehl „richtig war“
Auf der Position des Sportdirektors hat Borussia Dortmund einen neuen Weg eingeschlagen. Am Sonntag wurde der sofortige Abschied von Sebastian Kehl offiziell. Eine Entscheidung, die Matthias Sammer absolut nachvollziehen kann. „Ich glaube, dass es richtig war, sich zu trennen“, sagte der 58-Jährige, der beim BVB mittlerweile die Geschäftsführung berät, am Montag bei Sky: „Beide Parteien waren nicht mehr so nah beieinander. Dann ist es konsequent.“
In Dortmund bekam Sammer in Bezug auf Kehl immer mehr das Gefühl, dass sich die handelnden Personen „ein bisschen aneinander abgearbeitet“ hätten. Sein Vorschlag an den scheidenden Sportdirektor: „Sebastian sollte jetzt ein bisschen durchschnaufen. Er wird eine gute Position finden. Manchmal kommt die Zeit, in der es nicht mehr passt und Reibungspunkte entstehen. Es ist die richtige Entscheidung für alle Beteiligten.“
Die Trennung von Kehl, die Sammer als „stilvoll und mit Haltung“ erlebte, sei für den BVB „die Möglichkeit, eine Veränderung zu tätigen“. Und bereits am Montag stellten die Westfalen mit Nils-Ole Book ihren neuen Sportdirektor vor.
„Prädikat der Teamfähigkeit sehr, sehr wichtig“
Dieser kommt von der SV Elversberg, die auch in ihrem zweiten Zweitliga-Jahr als aktueller Verfolger von Spitzenreiter Schalke 04 eine bemerkenswerte Rolle spielt, und nimmt seine Arbeit bereits am kommenden Mittwoch auf. Geschäftsführer Lars Ricken bat Sammer vor der Entscheidung um seine Meinung zur Personalie Book. Der Berater wägte in der Folge ab, neben Persönlichkeit und Expertise sei dem Verein das „Prädikat der Teamfähigkeit sehr, sehr wichtig“ gewesen.
Sammer sah bei Book sämtliche Kriterien erfüllt und bezeichnete Book vor Ricken als „fantastische Idee. Die ist nicht nur gut, die ist fantastisch. Sie ist mutig, sie ist eine Herausforderung, aber sie ist analytisch.“ Zweifel ob des womöglich zu großen Schritts vom beschaulichen Saarland ins Haifischbecken eines Champions-League-Teilnehmers seien unbegründet. Der BVB ist laut Sammer „zutiefst überzeugt“, dass Book der Aufgabe gewachsen sei.
Titel könne der Neuankömmling freilich noch keine vorweisen, doch Sammer prophezeit: „Ich bin mal mutig und sage, das wird er mit uns bald bekommen.“ In der laufenden Saison allerdings ist der BVB im DFB-Pokal und der Champions League bereits ausgeschieden, der Rückstand in der Meisterschaft auf die Bayern beträgt zudem aktuell neun Punkte. Books Arbeit beginnt aber ohnehin erst so richtig mit Blick auf den kommenden, in Dortmund hochspannenden Transfer-Sommer.

