Nachdem Stefan Bell über dreieinhalb Jahre nicht getroffen hatte, gelingt ihm an den vergangenen zwei Spieltagen jeweils ein Tor. Der 34-Jährige ist zudem der erste Mainzer, der 100 Siege in der Bundesliga feiert.
„Wir waren mental sehr, sehr stark und stabil“
Seit dem 1. Dezember 2012 absolvierte Stefan Bell 299 Bundesligaspiele. Sein Debüt feierte er beim 2:1 gegen Hannover 96. In der Saison 2024/25 überholte er Nikolce Noveski, der auf 255 Einsätze kommt, als Bundesligarekordspieler des Vereins. Beim 3:1 gegen den VfL Wolfsburg feierte Bell seinen 100. Sieg in der Bundesliga (83 Unentschieden, 116 Niederlagen).
In seiner langen Karriere als Innenverteidiger gelangen der Nummer 16 des FSV 15 Bundesligatore. Beim 3:1 gegen Wolfsburg und dem 1:2 in Köln traf er in zwei aufeinanderfolgenden Spielen. „Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt schon mal geschafft habe“, sagt Bell.
Angesichts von 15 Eckbällen und zahlreichen Freistößen war der Abwehrchef häufig vorne zu finden. Nachdem er beim 2:1 einen Kopfball von Benedict Hollerbach über die Linie gedrückt hatte, war er auch noch der Ausgangspunkt des 3:1, als sein Kopfball an der Hand von Dzenan Pejcinovic landete und der Schiedsrichter nach einem Eingriff des Videoassistenten und dem Studium der TV-Bilder auf Elfmeter entschied. „Ich weiß gar nicht, ob es dafür einen Assist gibt“, schmunzelt Bell – es gibt allerdings keinen.
„Nach dem frühen Rückstand mussten wir uns erst einmal sammeln. Aber dann sind wir immer besser und druckvoller geworden und haben das Spiel bestimmt“, rekapituliert der Innenverteidiger. Selbst der nicht verwandelte Elfmeter von Phillip Tietz hat Mainz nicht aus der Bahn geworfen. „Wir waren mental sehr, sehr stark und stabil. Wenn man einen Rückstand zu Hause aufholt und auch mit einem verschossenen Elfmeter umgehen kann, ist das ein wertvoller Sieg“, so Bell.
„Es hängt auch davon ab, ob ich noch gebraucht werde.“ (Stefan Bell)
Wie es nach dieser Saison für das Mainzer Urgestein weitergeht, ist offen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Wie in den vergangenen Jahren möchte der Spieler, der 2009 mit Trainer Thomas Tuchel deutscher A-Jugendmeister wurde, erst im Frühjahr darüber sprechen: „Wir haben Woche für Woche wichtige Spiele, in denen es um viel geht. Das ist die Priorität. Es hängt auch immer davon ab, wie es körperlich weitergeht, wie wir abschneiden und ob es mir noch Spaß macht und ob ich noch gebraucht werde.“
Nachdem sich die Mannschaft unter Urs Fischer stabilisiert hat, sieht es derzeit so aus, als würden auch für Bell noch einige Bundesliga-Siege dazukommen.

