Jetzt sind es bereits 15 Spiele, die der FCH nicht mehr gewonnen hat. Die Sehnsucht nach einem dreifachen Punktgewinn ist augenblicklich bei keinem Klub größer als beim 1. FC Heidenheim. Nach zuletzt zwei Unentschieden bleibt man aber optimistisch, dass es bald klappen werde mit einem Dreier.
Conteh muss sich einer Operation unterziehen
Trainer Frank Schmidt hat eine Reihe angeschlagener Spieler in seinen Reihen. Angeschlagen waren nach dem 2:2 in Gladbach unter anderem Benedikt Gimber, Arijan Ibrahimovic, Hennes Behrens, Jonas Föhrenbach und Mikkel Kaufmann. Letzterer werde definitiv ausfallen, die anderen haben nur wenig trainieren können unter der Woche.
Bereits in der vergangenen Woche hat Schmidt über Conteh gesprochen und vermutet, dass er am Knie operiert werden müsse. Dies hat sich jetzt bestätigt, eine genaue Diagnose sei aber immer noch nicht zu stellen. „Nach der OP sehen wir dann, wie schlimm es ist und wie lange er ausfallen wird“, sagte Schmidt. Weitere Wasserstandsmeldungen könne er aktuell nicht abgeben.
Die Berliner seien mit ihren 32 Punkten im Tabellenmittelfeld in der Situation, in der man gerne selbst wäre beim FCH. „Unabhängig davon möchten wir zu Hause gewinnen. Die vergangenen Spiele waren von der Leistung her in Ordnung. Jetzt müssen wir es noch schaffen, die Aussetzer wegzulassen“, fordert Schmidt wiederholt mehr Konstanz in den Reihen seines Teams, vor allem bei seiner Defensive.
Ersehnter Dreier gegen den Lieblingsgegner
Bei einer Mannschaft, die auf dem letzten Tabellenplatz steht, kann man nur schwerlich von einem „Lieblingsgegner“ sprechen, doch muss festgehalten werden, dass die Heidenheimer vier von bislang fünf Duellen gegen Union Berlin in der Bundesliga für sich entschieden haben. Wenn man noch weiter zurückschaut, dann sieht man ebenfalls eine positive Statistik pro FCH in der 2. Liga (5:3).
Damit habe sich Schmidt noch nicht beschäftigt, sagt er. „Wir sollten aus einem ‚Warum‘ mit Fragezeichen ein ‚Darum‘ mit Ausrufezeichen machen. Wir haben schon gezeigt, dass wir gegen Union Berlin die Punkte holen können. Wir müssen aber den Fokus auf die Aktualität legen. Wir haben es in dieser Saison über weite Strecken ordentlich gemacht, aber ordentlich ist manchmal nicht gut genug, um in der Bundesliga zu punkten“, sagt Schmidt.
Heidenheims Trainer macht keinen Hehl daraus, dass diese lange Sieglosserie am Nervenkostüm der Heidenheimer zerrt. „Das ist unheimlich schwierig, wenn du über Wochen und Monate keinen Sieg feiern kannst. Das zu ertragen, ist wirklich schwierig, das muss ich zugeben. Auf der anderen Seite aber sehe ich eine Mannschaft, die sich nicht daran gewöhnt hat und im Training immer versucht, das Maximale herauszuholen“, lässt Schmidt einen Einblick zu. Die Belohnung dafür blieb jedoch bislang aus. „Wir brauchen diese drei Punkte dringend, für unser Gefühl.“ Diese Sehnsucht sei es schließlich, die für die notwendige Motivation in der Mannschaft und dem Trainerteam sorge, weiterzumachen und auf diesen Sieg hinzuarbeiten – und im Idealfall weitere folgen zu lassen.
Die Bälle müssen von der Linie gekratzt werden
Den Fokus legt Schmidt definitiv auf die Arbeit in der Defensive. Man habe gegen Leverkusen drei Treffer erzielt, zwei gegen Gladbach – und nie habe es für einen Sieg gereicht. „Wir haben zu viele und zu viele einfache Gegentore bekommen. Wenn es uns gelingt, in einem Spiel bis zur letzten Aktion dagegenzuhalten, den Ball von der Linie zu kratzen, dann werden wir auch wieder drei Punkte holen“, ist Schmidt sich sicher.
„Die Spieler müssen sich strecken bis zum Schluss und sehen: Das ist Bundesliga, das ist ein Fest. Da muss man immer Vollgas dagegenhalten und das fordere ich von jedem ein“, so Schmidt. Vermutlich ist es auch dieser Enthusiasmus, den Schmidt vorlebt, den er ausstrahlt, der ihn letztlich so beliebt macht. Dazu diese unbändige Freude am Fußball. Häufig sei er nicht in der Stadt unterwegs, jüngst aber musste er zum Friseur, wie er sagt. „Und der Erste, der mich gesehen hat, sagte: Wir steigen nicht ab. Die Leute möchten auch etwas zurückgeben nach all den erfolgreichen vergangenen Jahren“, sagt Schmidt schmunzelnd.
Der FCH und seine Fans, aber auch die Bürger, halten unabhängig vom Tabellenplatz zueinander. Das ändert aber nichts am Wunsch, gegen Union Berlin endlich wieder zu siegen.

