Mit nur einem Punkt aus den jüngsten vier Partien hat der FC Augsburg den Klassenerhalt noch nicht sicher. Gegen Hoffenheim am Freitagabend möchte Trainer Manuel Baum die 40-Punkte-Marke knacken und kann dabei auf einen Routinier zählen.
Augsburg: Gouweleeuw eine Option
Zumindest in den vergangenen drei Jahren hat der FC Augsburg eine unangenehme Masche entwickelt: Immer dann, wenn der Klassenerhalt feststand, ließ die Mannschaft stark nach, hörte auf zu punkten und ging mit einem negativen Gefühl in den Sommer. Mehr als sechs Punkte aus den letzten sechs Saisonspielen holte er zuletzt 2018/19. Vor drei Jahren waren es unter Enrico Maaßen gar nur fünf, unterboten von Jess Thorup mit drei vor zwei Jahren und vier im vergangenen.
Eine solche Ausbeute würde zwar bei sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz ziemlich sicher zum Klassenerhalt reichen, doch Ziel und Anspruch liegen natürlich höher. „Wir haben eine Kultur entwickelt, in jedem Spiel gierig auf drei Punkte zu sein“, kämpft Trainer Manuel Baum gegen den Trend. Dafür möchte er die Schärfe im Training aufrechterhalten und die Freude und den Spaß am Gewinnen bis zum Ende durchziehen.
Auch am Freitagabend gegen Champions-League-Aspirant Hoffenheim, der beim 3:0 in der Hinrunde Baums Vorgänger Sandro Wagner aus dem Amt schoss. Baum, ganz PR-Mann, sprach am Mittwoch vom „nächsten Kracher zu Hause, es wird mit Sicherheit wieder ein Fest“. Das mag etwas arg übertrieben sein, fußballerisch gehört die TSG für Baum trotz der jüngst ausbleibenden Siege aber zu den Top-Teams der Liga.
Kehrt Matsima in dieser Saison noch zurück?
Verzichten muss Baum auf den gelbgesperrten Keven Schlotterbeck, der unter ihm als Kapitän und Chef der Dreierkette fungiert. Ein möglicher Ersatz: Jeff Gouweleeuw, der eigentliche Kapitän der Mannschaft, der seinen letzten Einsatz am 10. Spieltag beim 2:3 in Stuttgart hatte und seitdem mit einer Innenbandverletzung am Knie ausgefallen war. Der 34-Jährige kehrte zuletzt beim 1:1 in Hamburg in den Kader zurück und könnte nun sein Comeback feiern.
„Jeff ist seit drei, vier Wochen wieder voll dabei, er oder Noki Banks sind die Optionen“, sagte Baum mit Blick auf Schlotterbecks Ausfall. Keine ist derzeit noch Chrislain Matsima, auch wenn der Franzose nach seinem Sehnenriss im Oberschenkel weite Teile des Mannschaftstrainings mitmache. „Es gibt keinen Zeitpunkt, wir schauen es uns von Woche zu Woche an. Es wäre schön, wenn wir ihn in dieser Saison nochmals in der Arena sehen würden“, sagte Baum.
Neben Schlotterbeck und Matsima fehlt dem Coach nur Yannik Keitel mit einer Schleimbeutelentzündung, alle anderen Spieler sind fit. Dabei bleibe Fabian Rieder nach seiner überzeugenden Premiere auf der Doppelsechs eine Option dort. Der Trainer freut sich über zahlreiche Alternativen, denn er weiß: Ein hoher Konkurrenzkampf im Team ist vielleicht das beste Gegenmittel gegen ein erneut schwaches Saisonende.

