Der VfL Wolfsburg benötigt Mohammed Amoura dringend im Abstiegskampf, der Algerier benimmt sich aber wiederholt daneben. Ein echtes Problem auch mit Blick auf den Sommer.
Der VfL Wolfsburg braucht den Algerier, den er verkaufen will
Das konnte sich Daniel Bauer nicht bieten lassen. Als Mohammed Amoura unter der Woche witterte, dass er beim Auswärtsspiel in Köln (0:1) nicht zur Wolfsburger Startformationen gehören würde, verließ er dem Vernehmen nach wegen einer vermeintlichen Verletzung vorzeitig und eigenmächtig den Übungsplatz. Der Trainer griff anschließend durch, suspendierte den Algerier für ein Spiel und betonte: „Über allem steht das Team, das Wir, der Klub.“ Bauer greift durch, zugleich benötigt er Amoura dringend. Ein Drahtseilakt, der auch Auswirkungen auf den Sommer haben könnte.
Benfica und NEOM SC wollten Amoura kaufen – aber nicht um jeden Preis
Denn Wolfsburg wäre wie schon im vergangenen Jahr bereit, den Algerier ziehen zu lassen – wenn der Preis stimmt. Benfica Lissabon bemühte sich bekanntermaßen intensiv um den 25-Jährigen, nach kicker-Informationen wurde auch der saudi-arabische Klub NEOM SC mit einem Angebot vorstellig. Die 40-Millionen-Euro-Vorstellungen des VfL wollten beide Klubs jedoch nicht erfüllen. Was ist jetzt noch drin für Amoura, der zwar sportlich auch in dieser Saison nicht enttäuscht, mittlerweile aber für Eskapaden am Fließband sorgt?
Der Algerier, der nach anderthalb Jahren in Wolfsburg noch immer kaum ein Wort Deutsch spricht, steht nicht zum ersten Mal wegen eines Fehlverhaltens im Blickpunkt. Im vergangenen April war der impulsive Offensivmann Teamkollege Joakim Maehle im Training an die Gurgel gegangen, er war eindeutig der Aggressor bei dieser Auseinandersetzung, für eine Trainingseinheit hatte ihn Ex-Trainer Ralph Hasenhüttl anschließend rausgenommen, im darauffolgenden Spiel in Dortmund (0:4) nur von der Bank gebracht.
Fehltritt im Algerien-Trikot – unangenehm auch für Wolfsburg
Im Januar folgte Amouras nächster Fehltritt. Seine „auffälligste Szene“ beim Afrika-Cup hatte er nach dem Achtelfinalsieg Algeriens über die DR Kongo, als er einen bekannten kongolesischen Fan und dessen Pose (eine Hommage an den Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba) spöttisch imitierte und sich anschließend auf dem Rasen „schlafen“ legte. Peinlich für Amoura, der sich anschließend entschuldigte, unangenehm auch für Wolfsburg.
Nun der Trainingsvorfall, der Trainer Bauer keine Alternative zur Suspendierung ließ. Wenn der VfL am Montag um 11 Uhr in die Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Dortmund startet, wird Amoura wieder dabei sein. „Mohammed“, sagt der Coach, „wird sich ab Montag wieder empfehlen und mit Sicherheit wieder heiß sein.“
Der Trainer hat ein echtes Problem: Eigentlich kann er es sich nicht leisten, auf Amoura zu verzichten. Der Topscorer der Vorsaison (22 Punkte) ist auch in diesem Jahr wieder führend mit sieben Toren und drei Vorlagen in 17 absolvierten Partien. Wolfsburg benötigt einen funktionierenden Amoura im Kampf um den Klassenerhalt, mit seinem Tempo und seiner Abschlussqualität ist er in der Lage, den Unterschied zu machen.
Die Verkaufsbereitschaft dürfte nicht kleiner geworden sein
Bauers Aufgabe wird es sein, seinen Spieler so hinzubekommen, dass er sich an die Regeln hält, Leistung bringt, dem VfL beim Unternehmen Klassenerhalt behilflich ist und im Sommer einen Markt hat, der für den erhofften Geldregen sorgt. Die Wolfsburger Verkaufsbereitschaft dürfte in den vergangenen Wochen nicht kleiner geworden sein …

