Ridle Baku und Benjamin Henrichs kämpfen bei RB Leipzig um Spielanteile auf der Position des Rechtsverteidigers. Aber auch um ihre Perspektive im DFB-Team für die WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko.
Als Vertreter für Kimmich
Im kicker-Interview hat Julian Nagelsmann jüngst auch zu Ridle Baku (27) und Benjamin Henrichs (29) Stellung bezogen. Baku sei „noch nicht ganz auf dem Leistungsniveau der Hinrunde“, so der Bundestrainer. Und Henrichs „braucht noch ein bisschen nach der schweren Verletzung“. Beide sind nicht nur bei RB Leipzig Konkurrenten als Rechtsverteidiger (neben Kosta Nedeljkovic), sondern auch Kandidaten für die WM. Wenn auch nur als Vertreter des bei Nagelsmann auf dieser Position gesetzten Joshua Kimmich.
Der kicker vergleicht Baku und Henrichs, wobei bei Letzterem die Daten der Hinrunde 2024/25 zugrunde liegen, weil Henrichs seit seinem Comeback im Januar nach seinem Achillessehnenriss im Dezember 2024 bislang überwiegend zu Kurzeinsätzen kam und nur zweimal in der Liga in der Startelf stand.
Baku offensiv stärker, Henrichs defensiv
Der gelernte Mittelfeldspieler Baku ist der Typ offensivstarker Außenverteidiger, der das Spiel anschiebt. So spielt Baku im Schnitt 62,5 Pässe pro 90 Minuten (Henrichs damals 38,4) und erreichte eine Passquote von 86,4 Prozent (Henrichs 76,7). Zudem hat Baku im Schnitt 87,9 Ballkontakte pro 90 Minuten, Henrichs hatte einst 62,1. Bei Baku kommen 22,2 Prozent der Flanken an (bei Henrichs 21,2), und er lieferte 1,5 Torschussvorlagen pro Partie (Henrichs damals 1,1). Baku spielte zudem im Schnitt 15 Pässe ins Angriffsdrittel, Henrichs in seiner letzten Halbserie als Stammkraft zwölf. Allerdings gewann Henrichs in der Hinrunde der vergangenen Saison 69,2 Prozent seiner Dribblings, Baku in dieser Runde 40,0 Prozent.
Defensiv lieferte Henrichs in der Hinrunde 2024/25 die besseren Werte als Baku aktuell. Henrichs bestritt 9,5 Zweikämpfe pro 90 Minuten (Baku 8,1) und gewann 58,6 Prozent der Duelle (Baku 50,0). Zudem war Henrichs bei 64,3 Prozent der Kopfballduelle erfolgreich, Baku nur bei 27,8 Prozent. Außerdem fängt Henrichs alle 62 Minuten einen Pass ab, was Baku nur alle 91 Minuten gelingt. Dennoch ist Baku bei RB derzeit die Nummer 1 rechts hinten, weil Henrichs nach der langen Pause noch seinen Rhythmus sucht.
„Am liebsten würde man beide gleichzeitig aufstellen.“ (Ole Werner)
„Grundsätzlich sind wir auf der Rechtsverteidigerposition sehr gut aufgestellt“, sagt Trainer Ole Werner, „Ridle hat eine starke Hinrunde gespielt, war dann kurzzeitig verletzt und musste zunächst wieder in seinen Rhythmus finden. In den vergangenen Spielen hat er aber wieder viel Dynamik gezeigt, war an zahlreichen gefährlichen Aktionen beteiligt und konnte sogar selbst ein Tor erzielen.“ An Henrichs, der nach Ansicht seines Trainers „sehr gut aus seiner Verletzung zurückgekommen ist“, schätzt Werner, dass der „enorm flexibel einsetzbar“ ist, weil er auch links verteidigen und auf der Sechs agieren kann. Zudem „bringt er viel Ruhe sowie ein ausgeprägtes Spielverständnis mit“, so der Coach weiter, „diese Qualitäten sind für uns von großem Wert.“
Die Konstellation rechts hinten schätzt Werner jedenfalls auch. „Das stärkt uns als Mannschaft“, stellt der Trainer der Leipziger klar, „stellt uns als Trainerteam aber Woche für Woche vor eine schwierige Entscheidung. Denn am liebsten würde man beide gleichzeitig aufstellen.“ Zuletzt beim 2:1-Erfolg der Sachsen beim Hamburger SV kam Henrichs kurz vor Schluss für Flügelstürmer Yan Diomande – und spielte im rechten Mittelfeld vor Baku.

