Die Bundesliga-Premiere für drei Werder-Jungprofis zeigt, dass sie in dieser Saison direkt „wichtig werden“ könnten – vor allem Keeper Mio Backhaus.
Werder-Premiere gegen Zetterer
Es kursierten recht unterschiedliche Meinungen über das erste Spiel von Mio Backhaus als neue Nummer eins des SV Werder Bremen, das wurde insbesondere im Journalisten-Gespräch mit Clemens Fritz deutlich. „Ich fand nicht, dass er Unsicherheit ausgestrahlt hat oder die Mannschaft verunsichert hat – also 0,0“, wehrte der Sportchef eine ziemlich konträr ausformulierte Ansicht ab. Und anschließend war die Runde dann auch beendet.
Das Werder-Pflichtspiel- und zugleich auch Bundesliga-Debüt des 21-jährigen Keepers, der als Stammkeeper auf Michael Zetterer gefolgt ist, war indes ebenso andernorts Thema nach der 1:4-Auftaktniederlage in Frankfurt – etwa im Pressekonferenzraum. Dort sprach Werder-Coach Horst Steffen von einer „ganz speziellen Situation“ für Backhaus: Zum einen war da seine eigene Premiere zwischen den Pfosten, und zum anderen sein bis vor einer Woche noch ehemaliger Konkurrent im gegnerischen Tor.
Steffen über Backhaus: „Sollte man ihm nachsehen“
Bei einer differenzierten Beurteilung der Leistung des Debütanten waren Backhaus jene Begleitumstände jedenfalls vorwiegend in den Anfangsminuten der Partie anzumerken. Bei einigen Frankfurter Hereingaben Richtung Fünfmeterraum fehlte es dem Keeper bisweilen an Orientierung, wie auch Werder-Kapitän Marco Friedl andeutete: „Beim Rausgehen war er zweimal etwas unsicher.“ Steffen indes ergänzte dabei, dass „man ihm nachsehen sollte, dass der erste und zweite Ballkontakt vielleicht nicht optimal waren“.
Doch abgesehen von den vier Gegentreffern, die Backhaus machtlos hatte hinnehmen müssen, ließ er trotzdem auch seine Qualitäten bei der Torverhinderung durchblicken, etwa als er Jonathan Burkardt noch entscheidend gestört (18.) oder bei einem Abschluss von Ansgar Knauff (89.) pariert hatte. Friedl („Ansonsten hat er es souverän gemacht“) und Steffen („Insgesamt hat er ein gutes Debüt gegeben“) kamen somit zu einem einhelligen Fazit.
Friedl: „Er wird nicht von Anfang an perfekt sein“
Dass in dieser Saison dennoch mal Fehler bei Backhaus einzukalkulieren sind, dürfte angesichts der bislang noch ausgebliebenen Bundesliga-Erfahrung nur logisch erscheinen. „Der Junge wird wie jeder Spieler seine Zeit brauchen und nicht von Anfang an perfekt sein – aber er wird für uns in dieser Saison wichtig werden“, betonte Kapitän Friedl.
Was übrigens auch noch auf ein weiteres Talente-Duo im Bremer Kader zutreffen könnte. Als zwei der wenigen Lichtblicke während der Saisonvorbereitung hatte sich ihr Bundesliga-Debüt ebenfalls angekündigt, in Frankfurt war es nun bereits so weit: Die 18-jährigen Patrice Covic (ab der 64. Minute) und Karim Coulibaly (ab der 78.) wurden jeweils eingewechselt.
Fritz: „Wir wollen Spieler entwickeln“
Laut Fritz sei bei beiden „nicht zu sehen gewesen, dass sie ihr erstes Bundesligaspiel gemacht haben“, so der Sportchef. Coulibaly bestach demnach mit „Souveränität“, Covic (der vor einer Woche im DFB-Pokal schon in der Startelf gestanden hatte) löste indes den ehemaligen Wolfsburger Josip Brekalo als jüngsten eingesetzten Kroaten im deutschen Oberhaus ab.
Und somit konnte Fritz der Partie in Frankfurt angesichts der drei Debüts auch Positives abgewinnen – trotz der angespannten Kader-Situation: „Das ist ja auch etwas: Wir haben immer gesagt, wir wollen Spieler entwickeln“, meinte der 44-Jährige: „Und trotzdem werden sie Fehler machen. Davon kann sich keiner freisprechen.“

