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Backhaus: „Eins mit Sternchen“ für den Süchtigen

Werder-Keeper Mio Backhaus schafft die Voraussetzungen für den 1:0-Sieg in Wolfsburg – und bekommt Lob von allen Seiten.

Rückhalt nach dem Rückschlag

Leonardo Bittencourt gilt als Mann klarer Worte – und neuerdings auch der besonderen sprachlichen Bilder? Diesen Eindruck erweckte der Werder-Profi jedenfalls am Samstagabend, als er sich als „Riesenfan“ von Mio Backhaus outete – was ja relativ nahe lag nach dem Bremer Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg.

Der Bremer Keeper hatte mit seinen Paraden kurz vor der Halbzeit gegen Jesper Lindström und nach einem Freistoß von Christian Eriksen ja überhaupt erst dafür gesorgt, dass die später spielentscheidende 1:0-Führung überhaupt noch möglich war.

„In seinem Alter – was der hier wegfängt und weghält“, schwärmte Bittencourt also, kam dann jedoch zugleich auf die noch nicht allzu lange zurückliegende 1:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli zu sprechen, die der 21-Jährige mit einem gravierenden Patzer maßgeblich eingeleitet hatte.

Backhaus: Rückhalt nach „anspruchsvoller Phase“

„Wie er mit den Rückschlägen umgegangen ist: Als wenn er eine Tasse Kaffee umgehauen hätte – aufwischen, einfach weitermachen“, metaphorisierte der Bremer Mittelfeldmann: „So spielt der einfach in der Bundesliga, der Junge. Riesenkompliment an ihn.“

Mit nicht viel weniger anerkennenden Worten bewertete auch Werder-Coach Daniel Thioune die Leistung seines Keepers als „eins mit Sternchen – wenn man als Torhüter zu null spielt und auch noch diese Bälle pariert…“

Der 51-Jährige spielte indes ebenfalls auf die „anspruchsvolle Phase“ für Backhaus an, die er mit jenem Patzer auf St. Pauli zu bewältigen hatte: „Das hat er perfekt gemeistert in der Woche darauf“, betonte Thioune: „Und das haben wir ja heute auch gesehen: Das war absolutes Bundesligaformat, er wird noch an Stabilität dazugewinnen.“

Backhaus braucht keine Schulterklopfer

Gerade angesichts der sonstigen Personalmisere im Kader kommt den in der Bundesliga generell um Halt ringenden Bremern jene Konstanz zwischen den Pfosten deutlich zugute, wie der Coach weiß: „In der Phase, in der wir uns befinden, ist es natürlich wichtig, dass man einen verlässlichen Rückhalt hat.“

Diese Rolle verkörpert der deutsche U-21-Nationalkeeper in dieser Saison bereits zweifellos. Mitspieler Yukinari Sugawara ernannte Backhaus vor den Reportern etwas scherzhaft und wohl auch getrieben von der Euphorie des Auswärtssieges zwar zum „besten Keeper der Bundesliga“, rief dem Torwart jedoch gleichzeitig einen hilfreichen Rat zu: „Bleib bescheiden.“

Doch da muss man sich bei Backhaus wohl kaum große Sorgen machen, der die Loblieber offenbar richtig einzuordnen weiß: „Es gab viele Jungs, die mir auf die Schulter klopfen, aber die drehen jetzt auch nicht durch und wissen auch, dass mir das jetzt nicht fehlt.“

Backhaus: „Siege sind wie eine Sucht“

Vielmehr betonte der 21-Jährige, dass ihm der gemeinschaftliche Bremer Sieg weitaus mehr bedeute und ein „unfassbares Gefühl“ vermittelte – was auch seinem ungehaltenen Jubel nach Schlusspfiff anzusehen war: „Siege sind wie eine Sucht“, so Backhaus: „Und das braucht man einfach immer wieder.“ Was auch für die Bremer generell gilt auf ihrem nach wie vor weiten Weg zum anvisierten Klassenerhalt.

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