Der 27-Jährige ist zurück auf seiner angestammten Position. Dort kann er seine Stärken deutlich besser ausspielen als auf der Zehn.
Der Ungar nutzt seine Chance
Während der Länderspielpause hat Union Berlin die Reset-Taste gedrückt und scheinbar an den richtigen Stellschrauben gedreht. Das Ergebnis daraus sind vier Punkte aus zwei Spielen, zudem kassierten die Eisernen zweimal kein Gegentor. Diese Leistungssteigerung war möglich, weil Trainer Mauro Lustrinelli am Spielstil getüftelt und ein paar personelle Umstellungen vorgenommen hat. Zudem hat zur Stabilität beigetragen, dass sein Team wieder einen Ticken defensiver und damit kompakter agierte als noch an den ersten Spieltagen.
Schäfer hat auf der Sechs seine Chance genutzt
Einen großen Teil zum Erfolg gegen Elversberg (1:0) und Borussia Dortmund (0:0) hat auch Andras Schäfer beigetragen, der vor der dreiwöchigen Unterbrechung noch keinen großen Einfluss auf das Spiel der Eisernen nehmen konnte. Was in erster Linie damit zusammenhing, dass der ungarische Nationalspieler auf ungewohnter Position aufgestellt wurde. Denn Schäfer, der sich auf der Sechs am wohlsten fühlt, kam im 4-2-2-2-System eine Position weiter vorne auf der Zehn zum Einsatz. Dort konnte er seine Stärken aber nicht vollends ausspielen und hing vielmehr die meiste Spielzeit über in der Luft.
Selbstvertrauen sammelte er dafür mit der Nationalmannschaft, holte mit den Ungarn in vier Nations-League-Partien sieben Punkte und kam dabei über die volle Distanz zum Einsatz. Unter dem italienischen Trainer Marco Rossi durfte er im defensiven Mittelfeld auflaufen. Bei Union Berlin blieb ihm das bis dahin verwehrt, weil Lustrinelli dort stets auf Rani Khedira und Aljoscha Kemlein vertraute. Bis zum Spiel gegen Elversberg, wo Schäfer für Kemlein reinrutschte und die Chance nutzte (kicker-Note 3). Der 27-Jährige legte gegen Dortmund sogar noch einen drauf (kicker-Note 2) und avancierte mit einigen Balleroberungen sowie klugen Pässen zum besten Unioner.
Der Ungar hat an den Schwächen getüftelt
Für den Moment hat sich Schäfer festgespielt, den U-21-Nationalspieler Kemlein auf die Bank verdrängt. In der aktuellen Findungsphase der Eisernen trägt der Ungar mit seiner giftigen Spielweise, keinen Zweikampf auch nur im Ansatz verloren zu geben, zur Stabilität bei und tut dem Spiel der Eisernen damit extrem gut. Auf Schäfer ist stets Verlass, weil er ein mannschaftsdienlicher Akteur ist und sich in puncto Entscheidungsfindung deutlich verbessert hat im Vergleich zu den vorherigen Jahren.
So hatte er immer mal wieder wilde Aktionen oder törichte Fouls mit in seinem Repertoire. Teilweise wollte er zu viel und verdribbelte sich, anstatt den besser postierten Mitspieler zu sehen. Doch Schäfer ist erfahrener geworden und vertraut nun noch deutlich mehr auf seine Stärken, die einfachen Dinge so gut wie möglich umzusetzen. Und das hilft genauso den Eisernen.

