Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

Wer stürmt für den FC? Welcher Borusse stoppt El Mala? Letzte Fragen und Antworten vor dem Rheinderby

Im rheinischen Derby zwischen dem 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach stehen beide Teams unter Druck. Für den einen Trainer geht es darum, nicht in die Krise zu rutschen. Der andere will mit seinem Team die Trendwende herbeiführen. Der kicker beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Prestigeduell.

Köln empfängt Gladbach

Die Ausgangslage

Neu-Trainer Alexander Blessin will bei seiner Pflichtspiel-Premiere auf der Bank von Borussia Mönchengladbach die ersten Saisonpunkte einfahren. Außerdem weiß er, dass ein Sieg die Stimmungslage im Borussia-Park schlagartig ins Positive drehen würde. „Es ist für uns die Möglichkeit, mit einem Spiel sehr viel wiedergutzumachen. Und das ist unsere Mission“, betont der Nachfolger von Eugen Polanski.

Köln dagegen steht mit vier Punkten aus vier Spielen eigentlich passabel da, doch das 1:1 gegen Bremen und das 1:2 gegen Hamburg drücken auf die Stimmung. Gegen Gegner der eigenen Kragenweite wollen die Geißböcke keine Punkte liegen lassen, um eine sorgenfreiere Saison zu absolvieren als zuletzt. Das funktionierte gegen die Nord-Teams nur bedingt, umso mehr Druck lastet nun auf dem rheinischen Duell. Sollte Köln vor eigener Kulisse gegen die bislang punktlose Borussia verlieren und Gladbach auf einen Zähler an den FC heranrücken, würden die Nerven blank liegen. Umgekehrt könnte mit einem Erfolg vorerst Ruhe einkehren.

So wollen sie spielen

FC-Coach René Wagner dürfte weitgehend seiner bisherigen Stammelf vertrauen. Rechts in der Viererkette muss allerdings der eher defensiv veranlagte Sebastian Sebulonsen seinen Kollegen Alessio Castro-Montes vertreten, der die Woche über nach muskulären Problemen nur individuell arbeiten konnte. Offen ist die Frage nach dem Mittelstürmer: Nach dem Verletzungs-Doppelschock bei Ragnar Ache (muskuläre Probleme) und Thijs Dallinga (Kreuzbandriss) muss Wagner im Zentrum umdenken. Favorit auf den Job in der Spitze ist Marius Bülter, der die nötige Körperlichkeit und den entsprechenden Fleiß für Pressing-Situationen mitbringt.

Gesetzt sein werden in der Reihe dahinter Neu-Nationalspieler Said El Mala und Tottenham-Leihgabe Mikey Moore, die Regie im Mittelfeld wird Routinier Ellyes Skhiri führen. Ein möglicher Mannschaftsteil für Veränderungen ist noch die Abwehrmitte: Dort wackelten zuletzt sowohl Jahmai Simpson-Pusey als auch Luka Lochoshvili. Beide stießen erst am Donnerstag nach ihren Länderspielabstellungen wieder zum Team. Erste Alternativen wären hier der schnelle Joel Schmied oder Rav van den Berg, der eher spielerisch veranlagt ist.

Wie stark Blessin die bisherige Gladbacher Startelf umstrukturiert, hängt auch von der Personalsituation ab. Bei Kapitän Tim Kleindienst und Ko Itakura (beide angeschlagen) sollte sich erst im Laufe des Samstags entscheiden, ob sie einsatzbereit sind. Es könne „eine Punktlandung“ werden, hofft Blessin.

Höchstwahrscheinlich wird der neue VfL-Coach die Viererkette, unter Vorgänger Polanski noch Standard, einkassieren und auf eine Dreierreihe in einer 3-4-2-1-Grundordnung setzen. Sollte Itakura ausfallen, verteidigt wohl Daiki Hashioka neben Kevin Diks und Jan Leszczynski in der letzten Linie. Zento Uno könnte die Überraschung in der Doppelsechs neben Philipp Sander werden. Die linke Schiene dürfte an Lukas Ullrich vergeben sein, rechts läuft es auf ein Duell zwischen Neuzugang Yukhym Konoplia, der erstmals nach einem Innenbandanriss im Knie im Spieltagskader stehen wird, und Joe Scally hinaus.

Hinter Neuner Kleindienst bieten sich Blessin verschiedene Spielertypen für die weiteren Offensivpositionen an. Am formstarken Hugo Bolin führt kein Weg vorbei. Dann hat der Trainer die Wahl zwischen Robin Hack, Wael Mohya, Shuto Machino und sogar Florian Neuhaus. Franck Honorat (Muskelverletzung) fällt als Option weg. Sollte Kleindienst kurzfristig passen müssen, kommt Isac Lidberg in der Spitze zum Zug.

Die entscheidenden Duelle

Ohne Dallinga und Ache fehlt Köln der bisherige Ankerspieler im Sturm. Umso mehr Verantwortung lastet daher auf Moore und El Mala: Während der Engländer mit schnellen Antritten und Dribblings begeistert, ist das Tempo und die Abschlussstärke El Malas längst ligaweit bekannt. Letzterer tut sich gegen tief stehende Blöcke allerdings hin und wieder auch schwer. Für Köln wird es auch darauf ankommen, die Individualisten El Mala und Moore entsprechend aus dem Zentrum in Szene zu setzen.

Ein weiterer Faktor ist die Fehleranfälligkeit der FC-Abwehr. Seit 19 Pflichtspielen kassierte Köln stets einen Gegentreffer, fünfmal klingelte es in dieser Saison allein nach Standardsituationen. Das ist der schlechteste Wert der Liga – gemeinsam mit Gladbach.

Für die Borussen wird es darauf ankommen, das zuletzt zu offene Zentrum zu schließen und vor allem El Mala auf der Außenbahn die Wirkung zu nehmen. Traut Blessin Konoplia, aufgrund der Verletzungspause noch ohne Pflichtspieleinsatz in dieser Saison, diese schwierige Aufgabe schon zu? Scally jedenfalls zog sich in der vergangenen Saison zumindest im Heimspiel gegen die Kölner (3:1) achtbar aus der Affäre. Insgesamt benötigt die Elf mehr Ordnung und Kompaktheit als an den ersten vier Spieltagen, außerdem muss die individuelle Fehleranzahl auf ein Minimum reduziert werden.

Bei eigenem Ballbesitz müssen bessere Wege gefunden werden, Kleindienst in Szene zu setzen. Ohne Honorat fehlt Flankenqualität, ein Manko bei der Kopfballstärke des Stürmers. Im Umschaltspiel benötigen die Borussen die Dynamik und Torgefährlichkeit des umtriebigen Bolin – der Schwede war an den ersten Spieltagen Borussias stärkste Offensivkraft.

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5