Die Saison war gerade einmal drei Wochen alt, da steckte Borussia Mönchengladbach bereits wieder mitten in der Krise. Trainer Eugen Polanski wurde freigestellt, Alexander Blessin als Nachfolger verpflichtet. Mit ein wenig Abstand bezog jetzt auch Vereinspräsident Rainer Bonhof öffentlich Stellung.
Vor Derby gegen Köln
Vier Niederlagen, null Punkte und ein Torverhältnis von minus zehn Toren: Die Situation von Borussia Mönchengladbach nach den ersten vier Bundesligaspieltagen ist alles andere als rosig. Bereits nach der dritten Partie zog der Klub deshalb die Reißleine und trennte sich von Cheftrainer Eugen Polanski. Nach einem Spiel unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte wurde anschließend Alexander Blessin verpflichtet, um die Borussia wieder in ruhigere Gewässer zu führen. Nun äußerte sich auch Präsident und Vereinslegende Rainer Bonhof in den klubeigenen Medien zur aktuellen Lage in Mönchengladbach.
Schmerzhafte Trennung von „einem echten Borussen“
Der Saisonstart sei „ganz weit entfernt“ von dem, was man sich intern vorgenommen habe, so Bonhof. „Es schmerzt mich ehrlicherweise, dass wir uns von Eugen, einem echten Borussen, trennen mussten. Wir haben das intern auch intensiv diskutiert. Am Ende sind wir alle gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass dieser Schritt notwendig ist“, erklärte der 74-Jährige.
Auch zu Sportchef Rouven Schröder bezog der Weltmeister von 1974 Stellung: „Rouven Schröder ist ein erfahrener Sportchef und weiß, was zu tun ist. Er kennt die aktuelle Situation, kann sie realistisch einschätzen. Er spricht die Dinge extern und vor allem auch intern kritisch an, geht voran und bewahrt die Ruhe.“ Bonhof betonte zudem, dass die „sportliche Leitung besonnen und konzentriert“ an der aktuellen Situation arbeite und alles dafür tun werde, „die Trendwende herbeizuführen“.
Auch die Mannschaft sei jetzt in der Pflicht
Nach drei Wochen Länderspielpause wartet für die Borussia am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) das prestigeträchtige Derby beim 1. FC Köln. Dann wird Blessin das erste Mal für die Fohlen an der Seitenlinie stehen. Der klare Auftrag an den 53-Jährigen ist es, die ersten Gladbacher Punkte der noch jungen Saison einzufahren.
Bonhof glaubt an den Turnaround unter Blessin: „Er bringt auf der einen Seite das mit, was man sich von einem neuen Trainer erwartet, nämlich frischen Wind und eine neue Ansprache. Ich habe ihn in den letzten Tagen entsprechend sehr engagiert und sehr kommunikativ wahrgenommen. Aber er hat auch einen klaren inhaltlichen Ansatz.“ Es sei deshalb jetzt an den Spielern, „das umzusetzen, was Alex von ihnen fordert“.

