Die SV Elversberg sorgt gegen Ende der Transferperiode gerade in der Offensive gerne für einen Top-Deal: Nach Nick Woltemade, Paul Wanner, Fisnik Asllani und Muhammed Damar kommt nun mit Noel Futkeu der Torschützenkönig der vergangenen Zweitliga-Saison als Leihspieler an die Kaiserlinde.
SVE-Trainer Wagner lobt den Torjäger
Im Gegensatz zu seinen mittlerweile prominenten Vorgängern haben sich die Saarländer für den 23-Jährigen aber eine Kaufoption gesichert. Noel Futkeu war im Sommer nach seiner Leihe zu Greuther Fürth, wo der Stürmer mit 19 Treffern maßgeblichen Anteil am Klassenverbleib des Kleeblatts hatte, zunächst zu seinem Stammverein Eintracht Frankfurt zurückgekehrt. In den Planungen der Hessen spielte er aber keine tragende Rolle, sodass der Weg frei für die SVE wurde.
Die Saarländer kennt Futkeu bereits als Ligakonkurrent aus der Vorsaison, erinnert sich aber ungern an seinen letzten Auftritt in Elversberg. Dort kam er mit Fürth mit 0:6 unter die Räder.
„Elversberg ist verdient aufgestiegen. Ich fand es immer sehr interessant, wie hier gearbeitet wird, schätze die Ruhe und das familiäre Umfeld“, freut sich der Torjäger, jetzt mit dem Aufsteiger auch in seine erste Bundesliga-Saison gehen zu können – und über das Trikot mit der Nummer 9: „Das ist meine erste Rückennummer, die ich getragen habe, als ich mit dem Fußballspielen angefangen habe, und seitdem meine Lieblingsnummer.“
„Noel ist auf jeden Fall abgezockt.“ (SVE-Trainer Vincent Wagner)
Wie schnell er der SVE weiterhelfen kann, lässt Cheftrainer Vincent Wagner aktuell noch offen: „Die Situation in Frankfurt war sicherlich nicht ganz so einfach, grundsätzlich glaube ich aber, dass er in einem guten Zustand ist.“ Daher hofft Wagner, Futkeu trotz seines Trainingsrückstands schon bald ins Elversberger System integrieren zu können: „Unser Spiel ist schon speziell. Aber ich bin mir sicher, dass er das schnell hinkriegt.“ Die Qualitäten seines neuen Mittelstürmers sind für den Coach jedenfalls unumstritten: „Tore schießen, gute Arbeit gegen den Ball, eine ordentliche Intensität und auf jeden Fall abgezockt.“
Futkeu-Einsatz in Duisburg eher unwahrscheinlich
Dass der Neuzugang schon am Samstag im DFB-Pokal-Spiel bei Drittligist MSV Duisburg (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) aufläuft, ist eher unwahrscheinlich. Futkeu ist in dieser Woche erst ins Mannschaftstraining eingestiegen. Das Team lebt allerdings von seinen Automatismen, hat abgesehen vom eher mageren 1:1 gegen Spaniens Zweitliga-Team RCD Mallorca in den jüngsten Testspielen gegen die französischen Erstligisten Racing Straßburg (5:2) und FC Lorient (4:1) eindrucksvoll bewiesen, dass es mit erstklassigen Mannschaften mithalten kann. Gerade die Abläufe in der Offensive funktionieren schon fast reibungslos. Wagners Jungs präsentieren sich torgefährlich, müssen sich aber in Sachen in der Chancenverwertung noch steigern.
Wiedersehen der Ex-Trainer im DFB-Pokal
Insgesamt will der Coach die Testspielergebnisse aber nicht überbewerten: „Es ist einfach was ganz anderes, wenn du vor 30.000 in Duisburg spielst“, warnt Wagner vor seinem seit Januar 2025 zu Hause ungeschlagenen Ex-Klub, bei dem er von 2018 bis 2021 als Jugendtrainer tätig war.
Dass umgekehrt MSV-Trainer Dietmar Hirsch in der Saison 2013/14 auch Elversberg trainierte, damals mit den Saarländern aus der 3. Liga abgestiegen war, sorgt für zusätzliche Brisanz. „Es braucht sich keiner zu erschrecken. In Duisburg brennt auf jeden Fall die Hütte, da werden uns schön die Bälle um die Ohren fliegen. Das Gute ist, wenn wir die Phasen überstehen und richtig gut dagegenhalten, sind wir auch in der Lage, selbst Tore zu schießen“, erklärt Wagner, der in Duisburg auf seinen Kapitän verzichten muss. Lukas Pinckert ist rotgesperrt, daher bilden – wie bei der Generalprobe gegen Lorient – Maximilian Rohr und Florian Le Joncour die Innenverteidigung.

