Nach 14 erfolglosen Anläufen will der 1. FC Heidenheim endlich wieder ein Bundesligaspiel gewinnen. Bei Borussia Mönchengladbach muss Frank Schmidt auf zwei wichtige Kräfte verzichten, sieht aber dennoch eine Chance.
Sorgen um Contehs Knie
Im Mittelfeld wird Jan Schöppner nicht dabei sein, der seine fünfte Gelbe Karte abbrummt. Außerdem geht den Heidenheimern Sirlord Conteh ab – und das womöglich länger. Bereits in der Partie gegen Leverkusen hatte er Schmerzen, biss sich aber durch, musste danach jedoch mit dem Training aussetzen. Es ist wieder das im vergangenen Jahr operierte Knie.
„Da möchte ich nicht zu viele Prognosen machen, weil ich es einfach noch nicht weiß, aber es sieht danach aus, dass er noch einmal operiert werden muss“, sagte Frank Schmidt vor dem Gastspiel seiner Farben am Sonntag in Mönchengladbach (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) vorsichtig. Die Vorgehensweise werde man in der kommenden Woche gemeinsam besprechen.
Zurück von ihren Länderspielreisen sind Yannik Wagner (U 19) und Arijon Ibrahimovic (U 21). Während Wagner auch in Heidenheim bei der U 19 spielen wird, dürfen die FCH-Fans damit rechnen, dass Ibrahimovic wieder in den Kader, vermutlich auch in die Startelf rückt. Adrian Beck war krank, steht aber wieder zur Verfügung. Budu Zivzivadze ist mit fünf Minuten Einsatzzeit für die Georgier ebenfalls wieder an der Brenz angekommen.
Ein paar freie Tage zum Durchschnaufen
Nach dem Spiel gegen Leverkusen haben sich die Heidenheimer noch einmal einer kompletten Leistungsdiagnostik unterzogen, dazu noch ein internes Testspiel bestritten „und dann haben wir mal ein verlängertes Wochenende freigemacht. Das hat uns allen einfach auch mal gutgetan, nach den vergangenen Wochen, die nicht so prickelnd waren“, so Schmidt.
Die zweite Halbzeit gegen Leverkusen, die man mit 3:1 gewonnen hatte, wie es Schmidt noch einmal vorrechnete, habe dem Team gutgetan, daran wolle man in Mönchengladbach anknüpfen. Allerdings trifft der FCH auf eine Mannschaft, die zuletzt gut gepunktet und sich damit Luft im Keller verschafft hat.
„Die zweite Halbzeit gegen Leverkusen, so stelle ich mir das vor. So sind wir in der Lage, Punkte zu holen, indem wir leidenschaftlich verteidigen und dadurch auch vorn gefährlich werden können“, sagte Schmidt. Genau das sei die Vorgabe für die 14 Halbzeiten Bundesliga, die noch für den FCH zu bestreiten sind in dieser Saison.
Schmidt ist kein Träumer, aber…
Mehr Erstliagminuten dürften beim abgeschlagenen Schlusslicht anschließend zunächst nicht mehr dazukommen. Oder etwa doch? Zwar sei Schmidt kein Träumer, sondern Realist, aber wenn man in Gladbach gewinne, könnten wieder neue Gedankenspiele in der Tabelle aufkommen. „Wir sollten aber nicht zu viel interpretieren und überlegen, was kommt, sondern eine Leistung zeigen wie in der zweiten Halbzeit gegen Leverkusen“, wiederholte er.
Nach der Durststrecke von 14 Spielen ohne Sieg müsse man sich in Heidenheim weiterhin ins Gedächtnis rufen, dass in Gladbach wieder ein Sieg im Bereich des Möglichen liege, befand Schmidt. „Diesen Umstand haben wir ja schon länger. Egal, ob acht, zehn oder 14 Spiele ohne Sieg. Entscheidend ist es doch, wie ich mit der Rolle umgehe“, sagte Heidenheims Übungsleiter. Man dürfe sich nicht zu negativ beeinflussen lassen.
„Wir haben eine Chance in Gladbach. Wir haben schon gezeigt, was wir leisten können, in dieser Saison – allerdings nur phasenweise, nie über 90 Minuten. Ich gebe nicht auf, die Mannschaft gibt nicht auf“, hielt Schmidt fest. Womit in Heidenheim alles wie immer ist und bis Saisonende auch so bleiben dürfte. Nur am Ergebnis soll sich nach Möglichkeit etwas ändern.

