Trotz Tabellenplatz 10 ist der FC Augsburg noch nicht gerettet, könnte aber beim HSV einen großen Schritt zum Klassenerhalt gehen. Dabei setzt FCA-Coach Manuel Baum auf die Gemeinschaft – und hofft auf seinen Kapitän.
Gouweleeuw wieder im Kader?
Knapp vier Monate liegt der letzte Augsburger Einsatz von Jeffrey Gouweleeuw zurück. Beim VfB Stuttgart kam das Comeback des Kapitäns jedoch zu früh, ein empfindlicher Rückschlag zog eine unausweichliche OP am Innenband im rechten Knie nach sich. Ein schwerer Verlust für den FCA, der durch die Verlängerung des auslaufenden Vertrags eine sichere Perspektive für das dienstälteste Kadermitglied schuf.
Ein Kadermitglied, genauer gesagt Teil des Spieltagsaufgebots, könnte Gouweleeuw auch in Hamburg sein. Beim richtungsweisenden Spiel gegen den HSV am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) hat Manuel Baum die Möglichkeit, seinen Führungsspieler erstmals wieder zu nominieren.
Kein Risiko beim Kapitän
„Er hat diese Woche am Dienstag Teile mitgemacht, gestern und heute war er voll dabei“, führte der Trainer aus. Baum will angesichts der Erlebnisse gegen den VfB aber kein Risiko eingehen: „Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, wenn Jeff einen erneuten Rückfall hat.“ Weshalb ein gemeinsames Gespräch am Freitag Klarheit über die Bereitschaft des Routiniers schaffen soll.
„In der Endphase der Saison ist es schon so, dass bei manchen Spielern individuelle Motive größer werden als das Kollektiv-Ziel.“ (Manuel Baum)
Inhaltlich könnte Baum Gouweleeuw durchaus gebrauchen, auch auf der Bank und in der Kabine. Nach drei Niederlagen in Serie schickt sich der FCA ein weiteres Mal an, mit nahendem Saisonende sukzessiv nach unten abzurutschen. Ein Problem, das Baum jedoch nicht als FCA-exklusive Schwierigkeit empfindet. „Ich warne davor, dass wir anfangen, uns das immer wieder einzureden“, so der 46-Jährige, „in der Endphase der Saison ist es schon so, dass bei manchen Spielern individuelle Motive größer werden als das Kollektiv-Ziel.“ Allerdings gelte das auch für andere Teams.
„Es gibt eine Untersuchung dazu, wann die meisten Leute auf dem Mount Everest den Aufstieg abbrechen. Kurz vor dem Ziel. Ab da beginnt man, nachzudenken“, führte Baum weiter aus und hielt fest: „Der Fokus, den wir alle im Verein haben müssen, ist klar das Kollektiv-Ziel, das Verein und Mannschaft haben.“ Erst danach kämen alle anderen Aspekte, denn: „Jeder, der im Team Erfolg hat, wird auch individuell erfolgreicher sein.“
Diese Haltung will Baum auch beim Gastspiel an der Elbe sehen. „Wenn man rückblickend schaut, ist es ganz elementar, dass wir alle mit einer gemeinsamen Idee ans Limit gehen, weil wir schon merken, wie unfassbar schwierig es ist, ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen“, so der Coach der bayerischen Schwaben, der im Vergleich zur jüngsten Niederlage gegen Stuttgart eine klare Erwartung hat: „Eine bessere Leistung und ein besseres Spiel bringen.“
Dann, so erhofft sich der FCA-Trainer, „wird diese Diskussion nicht mehr da sein“. Und der Gipfel des Mount Everest Bundesliga – der Klassenerhalt – wäre ein großes Stück nähergerückt.

