Fernando Carro hatte am Samstag überraschend eine Rückkehr von Julian Brandt nach Leverkusen in den Raum gestellt. Simon Rolfes hält davon wenig – träumt aber weiter von einem anderen Ex-Schützling.
Leverkusen träumt von Havertz
Dass Julian Brandt Borussia Dortmund im Sommer ablösefrei verlässt, steht bereits fest. Wo er in der neuen Saison spielt, ist dagegen völlig offen. Am Samstag befeuerte Fernando Carro überraschend die Option, wonach Brandt zu Bayer 04 Leverkusen zurückkehren könnte – doch dazu wird es nicht kommen.
„Ich finde Julian Brandt sensationell. Wenn Simon ihn will, werde ich das auf jeden Fall unterstützen, aber das Startsignal muss von Simon kommen“, hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Bayer 04 vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern (1:1) bei DAZN gesagt und damit den Ball zu Sportdirektor Simon Rolfes gespielt: „Da müssen Sie ihn fragen.“
Als das bereits tags darauf im Sport1-Doppelpass passierte, fiel dessen Antwort eindeutig aus. „Ich bin bei Rückholaktionen skeptisch“, erklärte er. „Wir haben auf der Position mit Ibo Maza einen super Spieler, der sich in den nächsten Jahren hervorragend entwickeln wird. Von daher wird Julian kein Thema bei uns sein.“
Brandt hatte Leverkusen im Sommer 2019 gen BVB verlassen, weil er „vielleicht das Gefühl hatte, dass er nicht mit uns in der Lage ist, Titel zu gewinnen“, blickte Rolfes am Sonntag zurück. „Wir hätten ihn gerne behalten. Er hatte ein super letztes halbes Jahr – was Fernandos erste Saison war.“
Rolfes bei Havertz immer gesprächsbereit
Sein Credo, „kein wirklicher Freund von Rückholaktionen“ zu sein, würde Rolfes nur in absoluten Ausnahmefällen aufweichen – für Kai Havertz zum Beispiel. Über den Arsenal-Angreifer hatte der Sportdirektor schon rund um das Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale (1:1) gegen die Gunners in höchsten Tönen gesprochen. Trägt der Nationalspieler tatsächlich eines Tages noch mal im Bayer-Trikot?
„Wir haben zum Kai immer einen engen Kontakt, er kommt aus unserer Region. Wenn es die Situation gibt, dann ist Kai immer ein besonderer Spieler, mit dem wir uns auch als ehemaligen Spieler beschäftigen müssen“, legte Rolfes nun nach, wohl wissend, dass sich Havertz „momentan noch in einer anderen Karrierephase befindet, andere Ziele hat und sich bei Arsenal sehr wohlfühlt“.
Gegenüber Havertz sei man grundsätzlich „gesprächsbereit“. Wann ein solcher Vorstoß tatsächlich realistisch sein könnte, ließ Rolfes auch mit Blick auf dessen Vertrag bis 2028 offen. „Das liegt mehr an Kai.“ Doch auch 2028 werde dieser vermutlich noch andere Pläne haben – und kaum erschwinglich sein.
2028 oder 2029 wieder Meister? Rolfes unterstützt Carros Plan
Im kommenden Sommer plant Rolfes generell keine Transferoffensive. Womöglich werde noch der „eine oder andere“ abgegeben, „um Freiraum zu schaffen, um welche zu holen“, doch „den großen Umbruch gab es im letzten Sommer, den wird es in diesem nicht geben. Wir werden versuchen, weiter zu justieren und uns weiter zu verbessern. Aber wir müssen auch Verbesserung aus uns selbst heraus erzeugen. Allein durchs Zukaufen werden wir unser Ziel nicht erreichen können.“ Das hatte Carro am Samstag noch offensiver formuliert als eine Brandt-Rückkehr: „2028, 2029“ wolle man wieder Meister werden. Darauf reagierte Rolfes ohne Dementi: „Den Weg und die Ambitionen teile ich hundertprozentig mit Fernando.“

