Die schwere Verletzung von Silas ist ein Tiefschlag für Mainz – und zugleich eine neue Chance für einen bis dato enttäuschenden Kollegen.
„Wir haben mit Armindo einen ähnlichen Spieler“
Es wäre ein fulminanter Schlusspunkt gewesen, den Armindo Sieb in der Nachspielzeit des Achtelfinalhinspiels bei Sigma Olmütz gesetzt hätte: Wie der gut zehn Minuten zuvor eingewechselte Mainzer Angreifer die Kugel aus rund 16 Metern ins Netz der Hausherren hämmerte, war zweifellos eine der sehenswertesten Aktionen der Partie. Künstlerpech für den 23-jährigen Joker: Wegen Silvan Widmers vorausgegangener Abseitsposition zählte der Treffer nicht – und doch könnte er eine gewisse Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf bekommen.
Denn: Nach der schweren Verletzung von Sturmkollege Silas (Schien- und Wadenbeinbruch) rückt Sieb nun automatisch wieder stärker in den Fokus. Auf die Frage, wer für Silas im Hinblick auf dessen spezielles Profil in die Bresche springen könnte, erklärte Trainer Urs Fischer am Freitag: „Wir haben mit Armindo einen ähnlichen Spieler, der sich zutraut, ins Eins-gegen-eins zu gehen, der Explosivität im Antritt mitbringt.“ Freilich relativiert der Schweizer: „Er hat nicht so viel gespielt.“
Bayern-Leihgabe unter Fischer noch ohne Torbeteiligung
Umso wertvoller wäre also wohl das Selbstvertrauen, das Sieb aus seinem Kurzeinsatz in Olmütz mitgenommen haben könnte. Unter Fischer gehörte Sieb bisher lediglich einmal zur Startelf, enttäuschte beim 2:1 gegen Heidenheim prompt (kicker-Note 5). Wettbewerbsübergreifend stehen außerdem fünf Einwechslungen zu Buche, Sieb blieb auch dabei ohne Torbeteiligung. Die beiden Treffer der Leihgabe des FC Bayern in der laufenden Saison für Mainz datieren noch aus der Hinrunde.
„Ich glaube schon, dass wir es irgendwie kompensieren können“, bewertet Fischer also die sportliche Relevanz von Silas‘ Ausfall, „aber Luftsprünge mache ich keine.“ Zumal eben auch Benedict Hollerbach wegen seines Achillessehnenrisses bis Saisonende ausfällt – ein weiterer Angreifer, der wie Silas für Tiefenläufe und Eins-gegen-eins-Duelle steht. „Der Kader ist groß genug“, hält Fischer fest. Doch die charakteristische Qualität der beiden Schwerverletzten „fällt ein bisschen weg“.
Nach der Ankunft in Mainz ist eine zeitnahe Operation angesetzt
Vor dem sportlichen Aspekt hatte der Fußballlehrer den Blick aber wohlgemerkt auch auf die persönliche Tragik des Winterzugangs gerichtet: „Silas‘ Verletzung hat uns alle betroffen gemacht. Der Junge hatte sich toll zurückgekämpft, da fühlt man schon mit.“ Die Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte der Angreifer in Begleitung des 05-Mannschaftsarztes noch in Olmütz verbracht, ehe er die Rückreise nach Mainz antreten konnte, wo er zeitnah operiert werden soll.

