Etwas überraschend durfte Youngster Youssoupha Niang am Samstagabend erstmals von Beginn an für den 1. FC Köln auflaufen. Doch der 19-Jährige machte seine Sache ansprechend und erweitert so die Optionen in der Offensive.
Sonderlob von Kölns Trainer
Es war nicht leicht für die Kölner am Samstagabend das Positive zu sehen. Das 1:2 gegen Borussia Dortmund drückte auf die Gemüter, doch als in der Pressekonferenz nach der Partie Youssoupha Niang zum Thema wurde, hellte sich die Miene von FC-Trainer Lukas Kwasniok sichtbar auf.
- Gut gespielt, schlecht gepunktet: Wie lange behält der 1. FC Köln die Nerven? (k+)
Der 44-Jährige hatte seinen jungen Stürmer ins kalte Wasser geschmissen und ausgerechnet gegen den BVB zum Startelfdebüt in der Bundesliga verholfen. Für Niang war es überhaupt erst der fünfte Einsatz im Fußball-Oberhaus, nachdem er im Sommer direkt aus der vereinseigenen U 19 in den Profikader befördert wurde. Ein Aufstieg mit Plan, denn erst im Januar 2025 war Niangs Vertrag am Geißbockheim langfristig verlängert worden.
Der erste Treffer war nah
„Ich werde weiter sehr hart an mir arbeiten, um mir meinen Traum, im Rhein-Energie-Stadion aufzulaufen, zu erfüllen“, ließ Niang damals verlauten, der FC hoffte derweil, ein großes Talent aus den eigenen Reihen zu entwickeln. Mit Erfolg.
„Wir hatten eine extrem junge Mannschaft auf dem Feld“, sagte Kwasniok nun also nach dem BVB-Spiel, aber jünger als Niang waren tatsächlich nur der fünf Monate später geborene Said El Mala und der gerade erst 19 Jahre alt gewordene Joker Cenny Neumann. Auch ihn warf Kwasniok erstmals ins Bundesliga-Wasser.
Niang ist da bereits einen Schritt weiter. Zuletzt beim 0:2 in Augsburg kam er Mitte der zweiten Hälfte bereits gemeinsam mit El Mala aufs Feld und schlug in der Schlussphase die Flanke, nach der die Fuggerstädter Cenk Özkacars Kopfball erst auf der Linie entschärfen konnten. Nun gegen Dortmund näherte sich Niang sogar seinem ersten Bundesliga-Treffer an: Eine El-Mala-Flanke köpfte der gebürtige Bonner als Aufsetzer so aufs Tor, dass BVB-Keeper Kobel eingreifen musste, später traf er noch das Außennetz (18.) und scheiterte nach einem Schuss von Kaminski (56.) im zweiten Versuch am blockenden Julian Ryerson.
Niang macht Hoffnung
„Er hat so viele Schicksalsschläge mit Verletzungen hinter sich gebracht“, resümierte Kwasniok nicht ohne Stolz die Leistung seines Schützlings, der sich von diversen Blessuren auch in der jüngeren Vergangenheit nicht aus der Bahn werfen ließ. „Jetzt steht der in der Startelf, macht ein sehr gutes Spiel und hat zwei Einschussmöglichkeiten.“ Dass er die nicht nutzte, schmälert die Leistung beim ersten Startelfauftritt nur leicht. Vielmehr empfahl sich Niang für weitere Spielminuten, ob als Joker oder von Beginn an.
„Das“, sagte Kwasniok in der allgemein eher geknickten Stimmung nach der Niederlage gegen Dortmund, „sind die Dinge, die mir Kraft geben.“ Und nicht nur ihm Hoffnung machen.

