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Freiburgs Shootingstar Manzambi erlebt die erste Delle

Nachlassende Leistungen, verschossener Elfer im Pokal und schon die zweite, diesmal noch längere Rotsperre ohne Ausweichmöglichkeiten: Freiburgs Top-Talent Johan Manzambi muss die erste schwierige Phase durchstehen.

Zwei Rote Karten in der Saison

Er brauchte noch einen Moment länger, um das Geschehen sacken zu lassen und zu realisieren. Mit Cyriaque Irié tauschte er noch kurz einen ungläubigen Blick, ehe auch Johan Manzambi mit seinem Mitspieler losrannte in Richtung Freiburger Jubeltraube rund um Pokalheld Florian Müller. Der etatmäßige Ersatzkeeper rettete mit seinen beiden Paraden im Elfmeterschießen nicht nur dem gesamten Sport-Club den Einzug ins Halbfinale beim tapfer dagegenhaltenden Zweitligisten Hertha BSC – sondern auch Manzambi persönlich den Hintern.

Eines Tages der neue Rekordtransfer?

Der Mittelfeldspieler hatte kurz zuvor nämlich als einziger Freiburger Schütze aus elf Metern seinen Versuch vergeben. Während die Stimmung beim SC nach dem Erfolg im Pokal und dem jüngsten 1:0-Bundesligasieg gegen Bremen ziemlich gut ist, durchläuft Manzambi persönlich gerade eine schwierige Phase. Im Grunde ist es die erste längere, eher unangenehme Periode für den grundsätzlich unbekümmerten 1,83-Meter-Mann, der seit April 2025 zuvor einen kometenhaften Aufstieg zum treffsicheren Schweizer A-Nationalspieler mit besten WM-Teilnahmechancen sowie allgemein zum Top-Talent in Freiburger Diensten mit glänzenden Zukunftsperspektiven erlebt hatte.

Man braucht nicht viel Fantasie für die Annahme, dass Manzambi eines Tages der neue SC-Rekordtransfer sein und damit die Marke von 25 Millionen Euro Ablöse sprengen wird, die die Breisgauer für die England-Wechsel von Kevin Schade (Brentford) und Merlin Röhl (Everton) ausgehandelt hatten. „Wir haben erst vor wenigen Monaten Johans Vertrag langfristig für einen klaren gemeinsamen Weg verlängert“, hatte SC-Sportvorstand Jochen Saier Ende September 2025 dieses Thema inmitten des anschwellenden Hypes um Manzambi noch von sich geschoben.

Und trotz Komplimenten für das „sportlich sehr besondere Gesamtpaket“ des „tollen, bodenständigen, wissbegierigen und fleißigen Typs mit einem sehr guten Umfeld“ hatte der mit der Entwicklung von jungen Spielern bestens vertraute Saier hinzugefügt: „Aber bei ihm werden auch noch Wellen in der Entwicklung kommen.“

Wiederholungstäter

Diese naturgemäßen Wellen haben jetzt für die erste Leistungsdelle gesorgt. Neun Pflichtspiele hat der SC im Jahr 2026 bisher absolviert, Manzambi stand dabei sechsmal in der Startelf, wurde zweimal eingewechselt, überzeugte nicht immer und verbuchte dabei nur eine Vorlage beim 2:2 in Augsburg. Beim 2:1 gegen Köln blieb er komplett auf der Bank. Das war zuvor in der Saison noch gar nicht vorgekommen, da hatte der spielstarke Instinktkicker in 22 Spielen (20-mal Startelf) vier Tore und sechs Vorlagen verzeichnet und auch sonst oft wertvolle Impulse geliefert. Zuschauen musste er nur am 4. und 5. Spieltag nach einer unglücklichen Roten Karte wegen hohen Beins beim 3:1-Sieg gegen Stuttgart.

Jetzt muss Manzambi nicht nur seine zuletzt nachlassenden Leistungen sowie den Elfer-Fehlschuss verdauen, sondern er muss auch noch die nächste Sperre absitzen. Auch, wenn es erneut unglücklich war, weil Gegenspieler Olivier Deman kurz zuvor ausrutschte, ehe ihn Manzambi mit den Stollen auf der Wade traf, bekam er als „Wiederholungstäter“ vom DFB-Sportgericht drei Spiele Pause aufgebrummt.

Ein Strafmaß, das sich nicht nur für die SC-Verantwortlichen angesichts der Umstände unangemessen anfühlt. Manzambi, der während der ersten Sperre zweimal in der Europa League im Rhythmus bleiben konnte, darf nun erst wieder am 7. März gegen Leverkusen (15.30 Uhr) mitspielen. Danach wird sich zeigen, welche Wirkung dieser herbe Rückschlag auf ihn hatte.

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