Der Hamburger SV verstärkt seine Offensive kurz vor Ende des Transferfensters mit dem dänischen Nationalspieler Albert Grönbaek – der keine leichte Zeit hinter sich hat.
Neuzugang mit wenig Spielpraxis
Albert Grönbaek setzt seine kleine Odyssee in der Bundesliga fort. Der 24 Jahre alte Offensiv-Allrounder wechselt in eineinhalb Jahren zum vierten Mal den Klub und schließt sich auf Leihbasis bis 30. Juni dem Hamburger SV an. Dafür brach sein Stammklub Stade Rennes die im vergangenen Sommer vereinbarte Leihe mit Serie-A-Vertreter CFC Genua vorzeitig ab.
„Mit Albert gewinnen wir einen international erfahrenen Spieler, der offensiv gleich mehrere Positionen bekleiden kann. Claus (Costa, Sportdirektor, Anm. d. Red.) und sein Team haben damit im schwierigen Wintertransfer-Fenster eine kreative Lösung zur gezielten Verstärkung unserer Offensive gefunden“, befindet HSV-Vorstand Eric Huwer. „Albert hat sich sehr schnell zum HSV bekannt und wollte unbedingt zu uns wechseln. Wir sind zuversichtlich, was eine schnelle Integration betrifft – die räumliche Nähe zu seiner Heimat und sein deutsches Sprachverständnis werden dabei helfen.“
Vor der Saison 2024/25 war Grönbaek für 15 Millionen Euro von Bodö/Glimt nach Rennes gewechselt und hatte sich dort zunächst durchgesetzt. Nachdem Jorge Sampaoli beim französischen Erstligisten das Traineramt übernommen hatte, rückte er jedoch ins zweite Glied und wurde für die Rückrunde 2024/25 an den FC Southampton verliehen, der damals noch in der Premier League spielte.
Abgestiegen mit Southampton, verletzt in Genua
Weil es dort verletzungsbedingt aber bei fünf Pflichtspieleinsätzen blieb, verzichteten die abgestiegenen Saints darauf, die Kaufoption zu ziehen. Daraufhin verlieh Rennes Grönbaek nach Genua weiter, wo er aber zunächst nicht gefragt und dann abermals verletzt war. Nur viermal spielte er in der Serie A, dreimal davon als Joker.
Beim HSV, seinem fünften Klub im fünften Land in zwei Jahren, will der achtmalige dänische Nationalspieler seine ins Stocken geratene Karriere nun wieder ankurbeln. „Für mich ist das eine große Chance“, weiß auch Grönbaek selbst. „Ich hatte gute Gespräche mit Claus Costa und Merlin Polzin, in denen ich mir sehr gut vorstellen konnte, wie ich ins System passen würde.“
Der Bundesliga-14. stellt gemeinsam mit dem 1. FC Heidenheim und dem FC St. Pauli mit 17 Treffern die schwächste Offensive der Liga. Konkret kann Grönbaek im offensiven Mittelfeld und auf der linken Außenbahn spielen – genau dort herrscht nach dem Syndesmoseriss von Alexander Rössing-Lelesiit und der Suspendierung von Jean-Luc Dompé großer Bedarf.

