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Der Stand bei Atubolu – Irié fehlt nach Malaria-Infektion

Der SC Freiburg kann gegen Eintracht Frankfurt wohl auf seinen zuletzt angeschlagenen Stammkeeper bauen. Während ein Sommerzugang nach einer hierzulande seltenen Krankheit fehlt, wäre gegen den Ex-Freiburger Ritsu Doan ein überraschender Sonderbewacher denkbar.

Sonderbewacher für Doan?

Hinter Noah Atubolu liegen besondere zwei Wochen. Erst war da die Enttäuschung, als überzeugender U-21-EM-Keeper und trotz im September starker Leistungen im Freiburger Tor erneut nicht zur A-Nationalmannschaft eingeladen worden zu sein. Mit Blick auf das Leistungsprinzip, die gute Perspektive Atubolus und die aktuelle DFB-Konkurrenz des 23-Jährigen eine nicht leicht nachzuvollziehende Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann und Bundestorwarttrainer Andreas Kronenberg.

Dann unterlief Atubolu ausgerechnet abends nach der am Vormittag verkündeten Nationalelf-Nominierung sein erster Patzer der Saison beim 1:1 in Bologna. Vier Tage später aber wendete sich das Blatt überraschend. Trotz zunächst verpasster Anrufe wurde Atubolu nachträglich erstmals in den Kreis des Nationalteams berufen, weil Stammkeeper Oliver Baumann über Übelkeit klagte.

„Ich fahre mit der Erwartung zur Nationalmannschaft, alles aufzusaugen und lernen zu können. Es ist mir eine Riesenehre, im Kader der deutschen Nationalmannschaft zu stehen“, sagte Atubolu und war direkt im Training gefragt. Da Baumann beim 4:0 gegen Luxemburg wieder in der Startelf stehen konnte, fehlte Atubolu im Spieltagsaufgebot, während Alexander Nübel und Finn Dahmen auf der Bank saßen.

Die Reise nach Nordirland (1:0) trat der Freiburger dann gar nicht erst mit an, sondern kehrte vorzeitig zum SC zurück – allerdings angeschlagen. Nach einem Schlag aufs Knie im DFB-Training absolvierte Atubolu in Freiburg bis zur Wochenmitte noch ein individuelles Programm. Seine Rückkehr ins Mannschaftstraining sei aber absehbar, heißt es von Vereinsseite. Es ist daher damit zu rechnen, dass die Freiburger Nummer eins am Sonntagnachmittag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr LIVE! bei kicker) zwischen den Pfosten stehen wird.

Wiedersehen mit Doan: Wer verteidigt gegen ihn?

Bei dieser Partie kommt es zum Wiedersehen mit Ritsu Doan. Der Japaner hatte als offensiver Unterschiedsspieler zuletzt drei Jahre lange das Freiburger Spiel geprägt und ist im Sommer für 21 Millionen Euro nach Frankfurt gewechselt. Im Normalfall dürfte der wendige und dribbelstarke Rechtsaußen auf Christian Günter oder Jordy Makengo treffen, die sich in den bisherigen acht Pflichtspielen in Liga und Europa League hinten links den Job teilten.

Oder Schuster wartet mit einem überraschenden Sonderbewacher auf: Philipp Treu. Der Sommer-Rückkehrer stand zuletzt zweimal rechts hinten in der Startelf und überzeugte vor allem in Bologna. Auf dieser Position ist Treu auch schwerpunktmäßig eingeplant, als Rivale von Routinier Lukas Kübler. Der war als Stammkraft in die Saison gestartet, auch, weil Treu rund um den Auftakt wegen einer Schulterverletzung ausgefallen war.

Beim FC St. Pauli wurde Rechtsfüßer Treu in den beiden vergangenen Saisons allerdings in der deutlichen Mehrheit der Fälle auf der linken defensiven Außenbahn eingesetzt. Als griffiger und wendiger 1,73-Meter-Mann würde er auch von den körperlichen Eckdaten her als unnachgiebiger Kontrahent am besten zum ebenfalls nur 1,73 Meter messenden Doan passen. Die Linksfüßer Günter (1,85 Meter) und Makengo (1,91) haben einen höheren Körperschwerpunkt und sind mit Blick auf die direkte Zweikampfführung am Mann hinter Treu und Kübler einzuordnen. Kübler könnte auch die Seite wechseln, nachdem er Günter in der Ära Christian Streich bereits einige Male links hinten vertreten hatte.

Irié nach Malaria-Infektion „auf dem Weg der Besserung“

Nicht nur die Position hinten links verspricht Spannung innerhalb der Freiburger Aufstellung. Etwa die zuletzt stets als Joker überzeugenden Offensivzugänge Derry Scherhant und Igor Matanovic haben auch beim 7:0-Kantersieg im Test gegen den KSC für sich geworben. Keine Option wird hingegen ein weiterer im Sommer für die Angriffsabteilung verpflichteter Profi sein: Cyriaque Irié.

Beim erst 20 Jahre alten Neu-Nationalspieler aus Burkina Faso, der zwar 8,5 Millionen Euro Ablöse kostete, aber jeweils erst eine Saison in der 2. und 3. Liga Frankreichs hinter sich hat, war mit einer längeren Adaptionszeit gerechnet worden. Nachdem der athletische 1,86-Meter-Mann in der Vorbereitung schon seine Dynamik und Wucht angedeutet hatte, durfte er diese Stärken zwar schon am 1. Spieltag als Joker beim 1:3 gegen Augsburg über mehr als 30 Minuten zeigen.

Beim anschließenden 1:4 in Köln blieb er jedoch auf der Bank, bestritt dann mit Burkina Faso zwei Länderspiele in Dschibuti (6:0) und gegen Ägypten (0:0) und fehlt seit seiner Rückkehr in den Freiburger Spieltagsaufgeboten. Zunächst war lediglich „Krankheit“ als Ausfallgrund angegeben worden, zu einem Zeitpunkt als auch Lucas Höler und Philipp Lienhart mit Erkältungsinfekten fehlten.

Zuletzt veröffentlichte der SC aber eine genauere, hierzulande eher seltene Diagnose bei Irié. Nach einer Malaria-Infektion stehe der Offensivspieler „bis auf Weiteres“ nicht zur Verfügung. „Cyriaque ist nicht ansteckend und nach einem Krankenhausaufenthalt auf dem Weg der Besserung. Sein Einstieg ins Training ist offen“, hieß es von Vereinsseite.

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