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„Jetzt scheiß drauf“: Wie Bittencourt zum Gamechanger wurde

Er kam erst in die Partie, als sie eigentlich bereits vorentschieden schien: Leonardo Bittencourt leitete die Werder-Wende beim 3:3 gegen Leverkusen ein.

Werder-Wende nach Einwechslung

Von der Seitenlinie aus musste Leonardo Bittencourt mitangucken, wie Niklas Stark in der 63. Minute erst mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde- und wie anschließend der Treffer per Strafstoß zum 1:3-Rückstand (64.) fiel. In der 65. Minute dann wurde der 31-Jährige eingewechselt – und trug seinen Teil dazu bei, dass der SV Werder Bremen in Unterzahl letztlich doch noch zum 3:3-Ausgleich kam.

Nicht nur, dass es Bittencourt war, der den Ball in der Anbahnung des Treffers von Karim Coulibaly tief in der Nachspielzeit noch mal scharf gemacht, indem er ihn über seinen Kopf vor das Leverkusener Tor bugsiert hatte – der Mittelfeldspieler brachte in der letzten halben Stunde generell neue Präsenz, neuen Mut und neues Leben ins Bremer Spiel.

„Ich habe mir gedacht: Es geht nur über Emotionen. Und das habe ich versucht, auf den Platz zu bringen“, sagte Bittencourt, der so zum Gamechanger dieser vermeintlich bereits vorentschiedenen Partie wurde.

Bittencourt: „Wir sind nicht Bayern München“

Seinen jüngeren Mitspielern auf dem Platz habe er sogleich zu verstehen gegeben, nicht mehr hinten herauszuspielen: „Jungs, vergesst es, wir hauen das Ding vorne in die Box, wir müssen irgendwie in die Nähe vom Tor kommen – weil nur so kriegst du in Unterzahl Chancen“, erklärte der Werder-Profi: „Wir sind nicht Bayern München oder eine andere Topmannschaft, die das mit einem Mann weniger vielleicht hinbekommt.“

Insofern habe sich „die Art und Weise, die ich für die Jungs auf den Platz gebracht habe, ausgezahlt“, so Führungsspieler Bittencourt weiter. Kurz vor seiner Einwechslung habe er angesichts des Spielverlaufs noch gedacht: „Scheiße.“ Doch dann versuchte er dieses Mindset zu ändern: „Ich habe den Jungs mitgegeben: Jetzt scheiß drauf, was soll noch passieren? Ob wir noch ein viertes oder fünftes Tor bekommen …“

Ein „komisches Gefühl“ – und ein Brustlöser?

Zudem hatte der Bremer gespürt, „dass die Leverkusener im Vergleich zu den letzten Jahren nicht diese Dominanz und ein bisschen gewackelt haben“. Und dann gehörte auch noch „ein bisschen Glück“ dazu.

Gerade, da Werder ja nach wie vor viele Verletzungen zu beklagen hat und sich nach einem dürftigen Start in die neue Saison laut Bittencourt bereits „ein komisches Gefühl und eine komische Stimmung“ am Osterdeich eingestellt hatte: „Vielleicht ist das ein kleiner Brustlöser. Aber wir dürfen das Ganze jetzt auch nicht überbewerten. Leverkusen hat viel angeboten. Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns.“

Für Bittencourt, seit mittlerweile sechs Jahren im Verein, zeichnet sich jedenfalls ab, dass diese Saison zu einer „harten Aufgabe“ werden könnte: „Wir wollen am Ende alles dafür tun, dass es dann dafür reicht, die Liga zu halten.“

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