Die Ansätze von Carney Chukwuemeka sind vielversprechend, die körperlichen Defizite aber machen Sorgen. Der Chelsea-Profi kämpft auch um eine Zukunft bei Borussia Dortmund.
Dortmunds Winter-Zugang arbeitet am Rückstand
Plötzlich war Carney Chukwuemeka mittendrin in der Gala. Hier ein Steilpass oder eine Verlagerung, da das Dribbling vor dem vierten Treffer. Als Joker war der Brite Teil des am Ende berauschenden Dortmunder 6:0-Siegs gegen Union Berlin vor wenigen Wochen. Doch Spieler wie Gesamt-Auftritt einte, dass dieses jeweils rund 20-minütige Versprechen danach nicht gehalten wurde.
Die Mannschaft rutschte mit Niederlagen gegen Augsburg und Leipzig zurück ins Mittelmaß, der Leihspieler vom FC Chelsea blieb bei seinen anderen Kurz-Einsätzen bei allen Ansätzen ohne die ganz große Durchschlagskraft. Dass Chukwuemeka keine Soforthilfe werden würde, war angesichts seiner Verletzungshistorie und der wenigen Einsätze für die „Blues“ klar.
„Wenig Kraft für 90 Minuten“
„Wir wissen, dass er aus London kommt, wo er wenig gespielt hat“, erklärte sein Trainer Niko Kovac noch vergangene Woche: „Er hat nur wenige Minuten in den Beinen und wenig Kraft, um über 90 Minuten zu gehen.“ In seiner kurzen Zeit in Dortmund lief es noch nicht rund. „Carney hatte immer mal wieder muskuläre Probleme“, sagte Kovac. Ein Schlag auf den Muskel sorgte für andauernde Beschwerden.
Nun aber soll mehr vom 21-Jährigen kommen, der die Länderspielpause nutzt, um näher an die Mannschaft und vielleicht sogar an die Startelf zu rutschen. Das Timing könnte nicht besser sein, denn in den kommenden Wochen werden dem BVB Felix Nmecha und Marcel Sabitzer fehlen und damit zwei zentrale Mittelfeldspieler.
Die Lösung für Dortmunds latentes Problem?
Dass er die Fähigkeiten dazu hat, steht außer Frage. Zwischen den Strafräumen, das deutete Chukwuemeka ein ums andere Mal an, gibt es wenig, das er nicht kann. Vor allem für das latente Dortmunder Problem, aus Ballbesitz auch zu Chancen zu kommen, könnte der gebürtige Österreicher die Lösung sein. Selbst auf den Flügeln wäre er eine Option, findet sein Coach. „In Lille hat man gesehen, dass er die Position auf den Außen auch befüllen kann. Mit seiner Dynamik, mit seiner Technik und mit seiner Geradlinigkeit gibt er uns eine andere Dimension.“
Aber vorerst wohl eine als Einwechselspieler. „Wir müssen ihn punktuell aufbauen. Er braucht immer wieder 10, 15, 20 Minuten – vielleicht auch mal eine halbe Stunde“, sagt Kovac: „Das ist im Moment möglich. Aber ich würde mir wünschen, dass er bis zum Ende der Saison auch mal über eine längere Zeit gehen kann.“
Und das wäre auch für eine Weiterbeschäftigung wichtig. Denn der Chelsea-Profi muss nachweisen, dass sein Körper und seine Fitness mit den herausragenden Anlagen mithalten können. Sonst wäre die Kaufoption über rund 35 Millionen Euro ein großes Risiko.

